Apple: Wie hoch kann die Aktie noch steigen?

Parallel zum Nasdaq Index hat Apple die Krise nun vollständig im Kurs kompensiert. Der erfolgte Ausbruch bzw. neue Rekordkurs sind als Kaufsignal zu werten. Da stellt sich automatisch die Frage nach der Kursperspektive. Denn auf Rekordniveau zu kaufen erfordert Weitsicht und griffige Erwartungen.

Eines ist klar: Apple ist noch immer fleißig dabei, sich neu zu erfinden. Weg von einem Hersteller von iPhones hin zu einem Dienstleistungs- und Medienunternehmen sowie Zahlungsdienstleister mit sehr ambitionierten, aber auch machbaren Perspektiven. Im Fokus steht die Dynamik der am schnellsten wachsenden Segmente des Technologieriesen: Dienstleistungen und Wearables.

Apple punktet mit Dienstleistungen und Wearables

Der Umsatz mit Dienstleistungen stieg bereits im Geschäftsjahr 2019 gegenüber dem Vorjahr um 16% und der Umsatz mit Wearables und Zubehör im gleichen Zeitraum um 41%. Das Servicegeschäft von Apple, zu dem die Verkäufe von eigenen Apps und Apps von Drittanbietern im App Store, von iCloud, dem App Store-Suchanzeigengeschäft, Apple Care und anderen Services gehören, verzeichnete gegenüber dem Vorjahr bereits einen Umsatzanstieg von 17% auf ein Allzeitquartal-Rekord von 13,3 Milliarden Dollar. Ebenso bemerkenswert war, dass die Bruttogewinnmarge für Dienstleistungen im Quartal 65,4% betrug, sowohl sequenziell als auch im Jahresvergleich. Es wurde also auf ganzer Linie eine starke Leistung erzielt, mit Umsatzrekorden im App Store, bei Apple Music, bei Video-, Cloud-Diensten sowie im App Store-Suchanzeigengeschäft. Im März stellte die Firma zudem einen Rekord für Apple Care auf.

Apple hat dadurch 35 Millionen Abonnenten über die Dienste auf seiner Plattform hinzufügt, was die Gesamtzahl der zahlenden Abonnenten auf 515 Millionen erhöhte. Dies ist das höchste sequenzielle Wachstum, welches das Unternehmen jemals erlebt hat. Hinzu kommt das Apple-Segment Wearables, Home und Accessoires, in dem der Umsatz gegenüber dem Vorjahr um 23% auf 6,3 Mrd. Dollar stieg. Unfassbar: Allein das Geschäft mit Wearables, das den Verkauf von Apple Watch-, AirPods- und Beats-Produkten umfasst, hat jetzt die Größe eines Fortune 140-Unternehmens.

Neue Segmente werden immer wichtiger

Es ist dem Wachstum dieser Segmente zu verdanken, dass der Umsatzrückgang bei iPhone, Mac und iPad durch die COVID-19 Krise ausgeglichen werden konnte. Aufgrund des starken zweistelligen Wachstums in den beiden am schnellsten wachsenden Segmente von Apple belief sich der Gesamtumsatz im Berichtszeitraum auf 58,3 Milliarden Dollar nach 58,0 Milliarden Dollar im Vorjahreszeitraum. Die beiden Segmente werden also für Apple immer wichtiger und werden in Zukunft wahrscheinlich eine noch größere Rolle für das Umsatzwachstum spielen. Der kombinierte Umsatz machte im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 34% des Gesamtumsatzes aus, nach 29% im Vorjahresquartal.

Apple: Transformation läuft

Fazit: Das schnell wachsende Geschäft mit Wearables des Technologieunternehmens diversifiziert den Hardware-Umsatz des Technologieunternehmens. Gleichzeitig verwandelt das Servicegeschäft die Basis von 1,5 Milliarden aktiven Geräten von Apple in eine wachsende, wiederkehrende Einnahmequelle. Da diese beiden Segmente im Verhältnis zum Gesamtumsatz von Apple auch jetzt noch munter weiter wachsen, werden sie dazu beitragen, die Abhängigkeit des Unternehmens vom iPhone auszugleichen. Das wird Apple in den kommenden Jahren wahrscheinlich dabei helfen, seine Gesamt- und Gewinnspanne zu steigern.

Wohin steigt der Kurs? Ehrlich gesagt, „the sky seems the limit“. Solange der User dem Unternehmen seine Treue schenkt und stetig neue gewonnen werden, ist alles nach oben offen.