Applied Materials Aktie: 6,1 Prozent Minus trotz Rekordzahlen

Applied Materials meldet Rekordumsatz und optimistischen Ausblick, die Aktie verliert dennoch. Analysten verweisen auf hohe Erwartungen und mögliche Gewinnmitnahmen.

Die Kernpunkte:
  • Rekordumsatz von 9,12 Milliarden Dollar
  • Prognose übertrifft Analystenerwartungen deutlich
  • Aktie fällt trotz starker Zahlen
  • Investitionen in Singapur und Forschung

Der US-Halbleiterausrüster Applied Materials hat am Donnerstagabend nach US-Börsenschluss beeindruckende Zahlen für das dritte Geschäftsquartal vorgelegt.

Trotz eines Rekordumsatzes und eines Ausblicks, der die Erwartungen der Analysten deutlich übertrifft, reagierte der Markt am heutigen Freitag verhalten. Der Kurs der Aktie steht unter Druck, obwohl das Unternehmen massiv von der „beispiellosen Nachfrage“ im Bereich der Künstlichen Intelligenz profitiert.

Rekordwerte im dritten Quartal

Im dritten Geschäftsquartal, das am 26. Juli endete, erzielte Applied Materials einen Umsatz von 9,12 Milliarden US-Dollar. Dies entspricht einem Anstieg von 25 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

Auch auf der Ergebnisseite konnte das Unternehmen zulegen: Der bereinigte Gewinn pro Aktie (Non-GAAP EPS) stieg um 41 Prozent auf 3,50 US-Dollar. Damit wurden die Schätzungen der Analysten, die im Schnitt mit 3,40 US-Dollar gerechnet hatten, übertroffen.

Der operative Cashflow erreichte mit 3,04 Milliarden US-Dollar ebenfalls einen Rekordwert. Davon gab das Unternehmen insgesamt 860 Millionen US-Dollar an die Aktionäre zurück, aufgeteilt in 440 Millionen US-Dollar für Aktienrückkäufe und 420 Millionen US-Dollar an Dividenden.

Besonders stark entwickelte sich der Bereich der Speichertechnologien: Der Anteil von DRAM-Ausrüstung am Segmentumsatz kletterte von 22 Prozent im Vorjahr auf nun 26 Prozent.

Aggressiver Ausblick für das vierte Quartal

Für das laufende vierte Geschäftsquartal zeigt sich das Management äußerst optimistisch. Applied Materials prognostiziert einen Umsatz von rund 10,25 Milliarden US-Dollar, wobei die Spanne um 500 Millionen US-Dollar nach oben oder unten abweichen kann. Analysten hatten hier bislang lediglich mit etwa 9,55 Milliarden US-Dollar gerechnet. Beim bereinigten Gewinn pro Aktie stellt das Unternehmen einen Wert von 4,02 US-Dollar in Aussicht.

Der Vorstandsvorsitzende begründete diese Erwartungen mit einer anhaltenden Dynamik bei der Infrastruktur für Künstliche Intelligenz. Die zunehmende Komplexität bei der Chipherstellung spielt dem Ausrüster in die Karten, da immer fortschrittlichere Fertigungsprozesse und Materialien benötigt werden. Dies spiegele sich auch in der Bruttomarge wider, die auf Non-GAAP-Basis bei 50,4 Prozent lag und damit das 13. Quartal in Folge eine Expansion im Jahresvergleich zeigte.

Fokus auf Forschung und globale Kapazitäten

Parallel zu den Finanzergebnissen treibt Applied Materials seine langfristige Expansionsstrategie voran. In Singapur investiert das Unternehmen 500 Millionen US-Dollar in einen neuen Campus, der die Reinraumkapazitäten für Forschung und Entwicklung vor Ort verdoppeln soll.

In den USA wurde zudem die Zusammenarbeit im Rahmen des EPIC Centers verstärkt. Zu den neuen Partnern für dieses Forschungszentrum im Silicon Valley gehört nun auch die UC Berkeley, um die Kommerzialisierung neuer Halbleitertechnologien zu beschleunigen.

Die Partnerschaften zielen darauf ab, die technologische Führungsrolle bei der Materialentwicklung zu festigen, die für die nächste Generation von KI-Chips entscheidend ist. Das Unternehmen sieht sich hier in einer Schlüsselrolle, da die Leistungsfähigkeit moderner Rechenzentren zunehmend von neuen Materialkombinationen und Verpackungstechnologien der Chips abhängt.

Marktreaktion und Bewertung

Trotz der starken operativen Entwicklung notiert die Aktie heute bei 436,50 Euro, was einem Rückgang von 6,1 Prozent entspricht. Marktbeobachter führen dies auf die bereits hohe Bewertung und mögliche Gewinnmitnahmen zurück, nachdem das Papier im bisherigen Jahresverlauf massiv zulegen konnte. Durch den aktuellen Kursrutsch vergrößert sich der Abstand zum 52-Wochen-Hoch auf nun 33 Prozent.

Medienberichten zufolge warnen einige Analysten davor, dass die hohen Erwartungen an die KI-Branche bereits in weiten Teilen eingepreist seien. Dennoch bleibt die fundamentale Lage robust: Für das gesamte Jahr 2026 wird in der Branche ein Wachstum der Investitionen in Wafer-Fab-Equipment von über 30 Prozent erwartet, wovon Applied Materials als Marktführer bei Prozesskontrolle und Materialtechnik direkt profitieren dürfte.

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