Applied Materials Aktie: Fünf-Milliarden-Labor eröffnet
Das neue Zentrum in Sunnyvale bündelt Chipforschung und Anlagenentwicklung; konkrete Umsatzeffekte hat Applied Materials nicht genannt.

- Mehr als 55.000 Quadratmeter Fläche
- TSMC, Intel und Samsung als Gründungspartner
- Forschung an Technologien unter zwei Nanometern
- Umsatzauswirkungen bleiben bislang unbeziffert
Applied Materials hat in Sunnyvale sein EPIC Center enthüllt. Der Konzern investiert dafür rund fünf Milliarden Dollar und will damit nach eigener Darstellung die weltgrößte Anlage für gemeinsame Entwicklung von Chipprozessen und Fertigungsausrüstung schaffen. Die Aktie schloss am Montag bei 497,53 Dollar, ein Minus von 1,9 Prozent.
Ein Gebäude gegen die Übergabeketten
Die Anlage umfasst gut 55.000 Quadratmeter, davon knapp vier Acres Reinraumfläche. Die Bauzeit summierte sich auf mehr als sechs Millionen Arbeitsstunden. Das Investitionsvolumen soll laut Unternehmen erst nach und nach auf die genannte Summe wachsen, sobald Kundenprojekte starten.
Kern ist ein anderes Arbeitsmodell. Bislang laufen Materialforschung, Geräte- und Prozessentwicklung sowie Pilotfertigung an getrennten Orten, mit Übergaben zwischen den Phasen. In Sunnyvale sollen Materialentwickler, Maschinenbauer und Chiphersteller unter einem Dach arbeiten. Kunden-Ingenieure optimieren die Technik demnach mit, bevor sie die eigene Fabrik erreicht.
Die Partnerliste liest sich wie ein Branchenverzeichnis
Als Gründungspartner sind TSMC, Intel, Samsung Electronics, Micron und SK hynix dabei. Dazu kommen Broadcom, Advantest, SCREEN, KIOXIA und Besi als Innovationspartner. Fünf Universitäten forschen mit, darunter Stanford, UC Berkeley und UCLA. Weitere Teilnehmer sollen folgen.
Die Themen sind klar gesetzt: Transistoren und Verdrahtung jenseits von 2 Nanometern, Hybrid-Bonding, moderne Gehäusetechnik sowie Speicher für KI-Anwendungen wie HBM, DRAM und NAND. TSMC-Chef C.C. Wei betont den frühen Zugang zu neuen Anlagentechnologien. Intel-CEO Lip-Bu Tan sieht den Weg zu mehr als einer Billion Transistoren in einem Gehäuse bis 2030.
Was Applied davon erwartet
Der Konzern verspricht sich Einblick in mehrere Technologiegenerationen im Voraus. Das soll steuern, wohin die eigenen Entwicklungsmittel fließen, und dafür sorgen, dass Applied-Systeme früh in die Prozesse der Kunden eingeplant werden. Die Kunden erhalten im Gegenzug frühen Zugang zu neuen Materialien und Maschinen und kürzere Lernzyklen.
Das Risiko liegt in der Umsetzung. Ob das Zentrum seine Ziele erreicht, hängt laut Unternehmen unter anderem von Chipnachfrage und technologischen Fortschritten ab. Konkrete Umsatzeffekte nennt Applied nicht. Die Zahlen für das nächste Quartal liefern den nächsten Anhaltspunkt, wie stark Kunden ihre Ausgaben für neue Fertigungstechnik hochfahren.
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