Applied Materials Aktie: TSMC verdoppelt Anlagenbedarf
Applied Materials profitiert von höherem Chipbedarf, steigenden Kurszielen und starken Quartalszahlen, bleibt jedoch unter dem 52-Wochen-Hoch.

- TSMC erhöht Ausrüstungsbedarf deutlich
- UBS hebt Kursziel auf 695 Dollar
- Quartalsgewinn übertrifft Analystenerwartungen
- Aktie bleibt unter Jahreshoch
Der Halbleiterausrüster Applied Materials rückt durch massive Kapazitätserweiterungen in der Chipindustrie und positive Analystenstimmen in den Fokus. Während der taiwanische Branchenriese TSMC seinen Bedarf an Fertigungsanlagen innerhalb weniger Monate fast verdoppelt hat, heben namhafte Bankhäuser ihre Kursziele für die Aktie des US-Unternehmens an. Der Titel verzeichnete am heutigen Freitag einen Kurszuwachs von 4,2 Prozent auf 391,05 Euro.
Rekordnachfrage durch Chip-Hersteller
Wie Medienberichte unter Berufung auf die Fachmesse SEMICON Taiwan zeigen, hat TSMC seinen geschätzten Bedarf an Ausrüstung für das laufende Jahr deutlich nach oben korrigiert.
Der Bedarf liegt mittlerweile beim 1,9-fachen des Niveaus von Ende 2025. Der Auftragsfertiger baut derzeit rund 20 Fabriken gleichzeitig, davon 13 in Taiwan sowie mehrere Standorte im Ausland. Die Kapitalausgaben für 2026 wurden auf eine Spanne von 60 bis 64 Milliarden US-Dollar angehoben, wobei zusätzliche Investitionen in den USA geplant sind.
Dieser Trend spiegelt sich in der gesamten Branche wider. Nach Angaben des Branchenverbands SEMI stiegen die weltweiten Auslieferungen von Halbleiterausrüstung im zweiten Quartal 2026 um 23 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 40,53 Milliarden US-Dollar. Laut SEMI-Chef Ajit Manocha markiert dies das zweite Rekordquartal in Folge, maßgeblich getrieben durch den Aufbau von Infrastruktur für Künstliche Intelligenz (KI).
UBS sieht weiteres Aufwärtspotenzial
Analysten reagieren positiv auf die anhaltende Investitionsbereitschaft der Chiphersteller. Die Großbank UBS hob heute ihr Kursziel für Applied Materials von 675 auf 695 US-Dollar an und bekräftigte ihre Kaufempfehlung. Auch Experten von Jefferies zeigen sich mit einem Zielwert von 770 US-Dollar optimistisch. Die Analysten verweisen dabei auf die starke Marktposition des Unternehmens bei der Ausrüstung für komplexe Fertigungsprozesse.
Zusätzliche Unterstützung erhält die Aktie durch die Ergebnisse des dritten Quartals, die vor rund zwei Wochen veröffentlicht wurden. Das Unternehmen konnte mit einem Gewinn je Aktie von 3,50 US-Dollar die Erwartungen der Analysten übertreffen.
Der Umsatz stieg in diesem Zeitraum im Vergleich zum Vorjahr um fast 25 Prozent auf 9,12 Milliarden US-Dollar. Trotz der positiven Geschäftsentwicklung notiert das Papier aktuell noch rund 40 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch, das Ende Juni bei 647,80 Euro markiert wurde.
Fokus auf neue Substrat-Technologien
Neben dem Kerngeschäft treibt Applied Materials technologische Innovationen voran. Das Unternehmen ist zu knapp 30 Prozent an der SKC-Tochter Absolics beteiligt, die sich auf die Entwicklung von Glas-Substraten für Hochleistungschips spezialisiert hat. Im Rahmen einer Kapitalerhöhung fließen Applied Materials rund 120 Milliarden südkoreanische Won zu. Die Mittel dienen unter anderem dem Bau einer neuen Produktionsstätte im US-Bundesstaat Georgia.
Diese Investition erfolgt vor dem Hintergrund eines sich wandelnden Marktes. Während die Nachfrage nach Speicherchips für Rechenzentren das Angebot laut Einschätzung von Branchenkennern noch bis 2027 übersteigen könnte, gewinnen US-Produktionsstandorte an Bedeutung.
US-Handelsminister Howard Lutnick kündigte am Mittwoch gezielte Zölle an, stellte jedoch gleichzeitig Erleichterungen für Unternehmen in Aussicht, die ihre Fabriken innerhalb der USA betreiben.
Für Applied Materials, dessen Ausrüstung für diese neuen Anlagen essenziell ist, ergibt sich daraus eine stabile langfristige Auftragsperspektive. Zudem notiert der Kurs derzeit etwa 10 Prozent über seinem 200-Tage-Durchschnitt, was die laufende Bodenbildung unterstützt.
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