AppLovin: 1,5 Milliarden Dollar Rückkäufe in H1
AppLovin steigert Umsatz und EBITDA deutlich, während Analysten optimistisch bleiben und das Unternehmen eigene Aktien für 1,5 Milliarden US-Dollar zurückkaufte.

- Aktie seit Jahresbeginn 53 Prozent schwächer
- Analysten bestätigen positive Einschätzungen
- Evercore ISI reduziert Kursziel auf 510 US-Dollar
- AppLovin kauft Aktien für 1,5 Milliarden
Die Aktie von AppLovin steht nach einer volatilen Phase im Fokus der Analysten, die trotz der jüngsten Kursrückgänge deutliches Potenzial für die Werbeplattform sehen.
Während das Papier seit Jahresbeginn rund 53 Prozent an Wert verloren hat, stützen positive Einschätzungen zur operativen Entwicklung und zur Marktposition im Bereich E-Commerce die Stimmung der Experten. Damit reagieren Marktbeobachter auf die jüngste Schwächephase, in der das Unternehmen rund 19 Prozent unter seinem 50-Tage-Durchschnitt notiert.
Marktbeobachter setzen auf Werbewachstum
Analyst Ralph Schackart bekräftigte am Donnerstag seine Kaufempfehlung für AppLovin. Als wesentliche Treiber nannte er das starke Wachstum der Plattform MAX sowie eine Ausweitung der Werbeausgaben im E-Commerce-Sektor. Trotz der Kurskorrektur nach der Veröffentlichung der letzten Geschäftszahlen vor rund einem Monat sieht der Experte anhaltendes Interesse seitens der Investoren.
Parallel dazu passte Evercore ISI am vergangenen Dienstag die Erwartungen an. Das Haus senkte das Kursziel von 630 auf 510 US-Dollar, behielt jedoch die Einstufung „Outperform“ bei.
Medienberichten zufolge bekräftigte ein weiteres Analysehaus am selben Tag seine Kaufempfehlung mit einem Zielwert von 600 US-Dollar. Die Experten verweisen dabei auf die hohe Nachfrage nach der Anzeigenplattform des Unternehmens, die sich in einem stabilen Werbeumfeld behaupten könne.
Insiderverkäufe und Milliardenrückkäufe
Während Analysten optimistisch bleiben, zeigt sich bei den internen Transaktionen ein anderes Bild. In den vergangenen zwei Wochen veräußerte Direktor Maynard G Jr Webb in mehreren Tranchen Anteile im Gesamtwert von über 1,6 Millionen US-Dollar.
Daten aus den vergangenen drei Monaten belegen, dass Insider des Unternehmens ausschließlich als Verkäufer auftraten. In den letzten zwölf Monaten summierten sich diese Verkäufe auf ein Volumen, das die Zukäufe deutlich überstieg.
Dem gegenüber steht ein massives Aktienrückkaufprogramm. In der ersten Jahreshälfte kaufte AppLovin rund 3,28 Millionen eigene Aktien für insgesamt 1,5 Milliarden US-Dollar zurück und zog diese ein.
Zum Ende des zweiten Quartals verblieben nach Unternehmensangaben noch rund 1,8 Milliarden US-Dollar im genehmigten Rahmen für weitere Rückkäufe. Dies unterstreicht die Strategie des Managements, überschüssiges Kapital zur Stützung des Aktienkurses einzusetzen.
Operative Dynamik und Ausblick
Operativ verzeichnete das Unternehmen im zweiten Quartal ein deutliches Wachstum. Der Umsatz kletterte im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 53 Prozent auf 1,92 Milliarden US-Dollar. Das bereinigte EBITDA stieg um 58 Prozent auf 1,61 Milliarden US-Dollar.
CEO Adam Foroughi räumte jedoch ein, dass die Modellverbesserungen im abgelaufenen Quartal langsamer voranschritten als üblich, stellte jedoch bedeutende Upgrades für die Zeit nach dem Quartalsende in Aussicht.
Für das dritte Quartal gibt sich die Unternehmensführung zuversichtlich. AppLovin erwartet einen Umsatz zwischen 2,055 und 2,085 Milliarden US-Dollar, was einem Zuwachs von bis zu 48 Prozent gegenüber dem Vorjahr entsprechen würde.
Bei einem aktuellen Kurs von 276,40 Euro bleibt die Frage zentral, ob die operativen Fortschritte die Skepsis der Anleger nach der Herabstufung durch BofA Securities vor rund zwei Wochen dauerhaft überwinden können. Die Beendigung einer Untersuchung durch die US-Börsenaufsicht SEC ohne weitere Maßnahmen liefert dem Unternehmen zumindest auf regulatorischer Ebene Rückenwind.
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