AppLovin: 25 Prozent Minus seit Jahresbeginn

Die Aktie des KI-Werbekonzerns verliert trotz hoher Cashflows und Margen von 78 Prozent weiter an Wert. Analysten sehen dennoch Kurspotenzial.

Die Kernpunkte:
  • Aktie verliert seit Januar ein Viertel
  • Operative Marge liegt bei 78 Prozent
  • Freier Cashflow von 1,29 Milliarden Dollar
  • Analysten sehen Kurspotenzial bis 575 Dollar

Ein Viertel des Börsenwerts weg seit Januar — und trotzdem sehen manche Analysten in AppLovin gerade ein Schnäppchen. Die Aktie des KI-Werbekonzerns schloss am Mittwoch bei 394,75 Euro. Das ist der vorläufige Tiefpunkt einer Talfahrt, die sich seit Wochen zieht.

Steiler Absturz, robuste Zahlen

Die Verluste der letzten Tage sind heftig. Binnen einer Woche büßte die Aktie 13,28 Prozent ein, auf Monatssicht sind es 11,08 Prozent. Seit Jahresbeginn steht ein Minus von 25,18 Prozent zu Buche, verglichen mit dem 52-Wochen-Hoch von 629,90 Euro aus dem Dezember fehlen 37,33 Prozent.

Auf Sicht von zwölf Monaten liegt die Aktie dennoch noch 29,24 Prozent im Plus. Der Kurs bewegt sich derzeit rund 32 Prozent über dem Jahrestief von 297,90 Euro vom Juli 2025.

Was den Kursverlauf so widersprüchlich macht: Die operativen Kennzahlen sehen kaum angeschlagen aus. AppLovin hat sich komplett aus dem Mobile-Gaming-Geschäft zurückgezogen und sich zu einer reinen KI-Werbeplattform gewandelt. Die Marge im operativen Geschäft liegt bei 78 Prozent, bereinigt um Sondereffekte sogar bei 85 Prozent.

Im ersten Quartal erwirtschaftete das Unternehmen einen freien Cashflow von 1,29 Milliarden Dollar — bei Investitionsausgaben von gerade einmal 413.000 Dollar. Aus dieser Kasse finanzierte AppLovin allein im selben Quartal Aktienrückkäufe im Volumen von einer Milliarde Dollar.

Die Lücke zwischen Kurs und Kursziel

Genau diese Diskrepanz zwischen Cashflow-Stärke und Kursverlauf treibt aktuell die Debatte unter Investoren an. In US-Dollar gerechnet notiert die Aktie rund 33 Prozent unter dem Jahresstart bei 448,98 Dollar. Das durchschnittliche Kursziel der von TipRanks erfassten Analysten liegt bei 661,95 Dollar — deutlich über dem aktuellen Niveau, wobei einzelne Schätzungen bis auf 515 Dollar herunterreichen.

Wells Fargo hob sein Kursziel jüngst leicht an, von 571 auf 575 Dollar, und bestätigte die Einstufung „Overweight“. Analyst Alec Brondolo bezeichnete das Umfeld vor den Quartalszahlen dennoch als „schwierig“ — Kontrollen im Mobile-Gaming-Segment zeigten schwächere Renditen auf Werbeausgaben.

Im Geschäftsjahr 2025 belastete zudem eine Wertminderung von 188,9 Millionen Dollar auf den Firmenwert das Ergebnis. Sie steht im Zusammenhang mit dem Rückzug aus dem Gaming-Geschäft.

Auch Privatanleger diskutieren die Bewertung intensiv. Ein Reddit-Thread vom Februar mit dem Titel „$APP Has Gone from Overvalued to Now Cheap?“ sorgte für anhaltend positive Stimmung in der Community. Der Grundtenor: Die These vom Branchenführer bleibt intakt, der Markt müsse nur sein Etikett aktualisieren.

Charttechnik bleibt angeschlagen

Trotz der fundamentalen Stärke signalisiert die Charttechnik weiter Schwäche. Die Aktie notiert 10,35 Prozent unter ihrem 50-Tage-Durchschnitt von 440,31 Euro und 15,99 Prozent unter dem 200-Tage-Durchschnitt von 469,89 Euro. Der 14-Tage-RSI liegt bei 39,7 — ein Wert, der eher auf anhaltenden Verkaufsdruck als auf eine baldige Erholung hindeutet.

Die annualisierte 30-Tage-Volatilität von 71,79 Prozent zeigt zusätzlich, wie nervös der Handel in der Aktie mittlerweile verläuft. Kein Wunder, dass viele Anleger zwischen den robusten Geschäftszahlen und dem schwachen Chartbild hin- und hergerissen sind.

AppLovin veröffentlicht seine Zahlen zum zweiten Quartal 2026 am Mittwoch, den 5. August, nach Börsenschluss. Das Management hatte den Umsatz für dieses Quartal zuvor auf rund 1,9 Milliarden Dollar taxiert. Im Fokus stehen wird dabei vor allem, ob der Self-Serve-Rollout der Werbeplattform AXON sowie die Expansion ins E-Commerce-Werbegeschäft nach einem turbulenten Sommer neuen Schwung in die Wachstumszahlen bringen können.

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