Arafura: Juli-Abstimmung über 595 Millionen Aktien

Aktionäre von Arafura Rare Earths stimmen im Juli über Kapitalerhöhung ab. Der Kurs fiel zuvor stark, während Großinvestoren ihre Positionen änderten.

Die Kernpunkte:
  • Kursverlust von 26 Prozent im letzten Monat
  • Hancock Prospecting investiert 85 Millionen Dollar
  • Abstimmung über 595 Millionen neue Aktien
  • Baustart für September geplant

Starke Projektfortschritte, schwacher Kurs. Bei Arafura Rare Earths klaffen Realität und Börsenstimmung weit auseinander. Die Aktie verlor im vergangenen Monat fast 26 Prozent an Wert. Ein massiver Umbau im Aktionärskreis sorgt für Unruhe.

Großinvestoren tauschen die Plätze

In den vergangenen zwei Wochen rotierte das institutionelle Kapital. State Street und mehrere Tochtergesellschaften zogen sich Ende Mai komplett zurück. Diese Nachricht drückte den Kurs sofort um über sechs Prozent nach unten. Kurz darauf meldete auch die Citigroup ihren Ausstieg.

Den Gegenpol bildet die australische Bergbaugruppe Hancock Prospecting. Das Unternehmen investierte 85 Millionen Australische Dollar in die jüngste Kapitalerhöhung. Damit hält Hancock nun schätzungsweise 17,5 Prozent an Arafura. Passives Indexkapital geht, strategisches Projektkapital kommt.

Milliarden-Paket braucht grünes Licht

Das Management hat ein Finanzierungspaket von 1,34 Milliarden Dollar für das Nolans-Projekt geschnürt. Die erste Tranche einer Aktienplatzierung spülte bereits rund 175 Millionen Dollar in die Kasse. Eine zweite Tranche in ähnlicher Höhe erfordert nun die Zustimmung der Aktionäre.

Im Juli kommt es zur außerordentlichen Hauptversammlung. Dort entscheiden die Anteilseigner über knapp 595 Millionen neue Aktien. Diese gehen an Export Finance Australia und die deutsche KfW. Die Förderbank steuert 50 Millionen Euro aus dem Rohstofffonds bei.

Die geplante Verwässerung schockte den Markt und drückte den Kurs auf aktuell 0,17 Euro. Trotz des jüngsten Absturzes notiert das Papier auf Jahressicht noch immer gut 70 Prozent im Plus. Lehnt die Hauptversammlung die neuen Aktien ab, droht das gesamte Finanzierungspaket zu kippen.

Baustart rückt näher

Operativ läuft alles nach Plan. Der Vorstand hat die endgültige Investitionsentscheidung im Mai getroffen. Abnehmer für 93 Prozent der geplanten Produktion stehen bereits fest. Hyundai, Kia und Siemens Gamesa haben sich vertraglich gebunden.

Das Timing passt. Analysten erwarten für 2026 ein weltweites Angebotsdefizit bei wichtigen Seltenen Erden. Die Preise für Neodym-Praseodym könnten dadurch deutlich anziehen.

Der weitere Fahrplan ist eng getaktet. Stimmen die Aktionäre im Juli zu, rollen im September die Bagger an. Am 10. November läuft eine inoffizielle Frist für chinesische Exportkontrollen ab. Spätestens dann rückt Arafuras australische Alternative voll in den geopolitischen Fokus.

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