Archer-Daniels-Midland Aktie: Biokraftstoffe treiben Prognose
ADM meldet höhere Quartalsgewinne, gestützt durch Biokraftstoffnachfrage, und setzt die Gewinnspanne für 2026 herauf.

- Nettogewinn steigt auf 821 Millionen Dollar
- Ölsaatensparte steigert operatives Ergebnis um 105 Prozent
- Carbohydrate Solutions wächst um 40 Prozent
- Investitionsbudget sinkt auf 1,2 bis 1,3 Milliarden Dollar
ADM hebt die Gewinnprognose für 2026 an. Hinter dem Sprung im dritten Quartal steckt vor allem die starke Nachfrage nach Biokraftstoffen in Nordamerika. Der Agrarkonzern verdient damit deutlich mehr als vor einem Jahr.
Ergebnis springt auf mehr als das Siebenfache
Der Nettogewinn lag bei 821 Millionen Dollar, nach 108 Millionen im Vorjahresquartal. Das entspricht 1,70 Dollar je Aktie. Der bereinigte Gewinn je Aktie erreichte 1,77 Dollar, nach 0,92 Dollar im Vorjahr.
Der Umsatz stieg um 9,6 Prozent auf 22,3 Milliarden Dollar. Das operative Segmentergebnis summierte sich auf 1,4 Milliarden Dollar, nach 845 Millionen im Vorjahr. Alle Segmente steigerten ihren operativen Gewinn.
Ölsaaten und Ethanol als Motor
Größter Treiber war die Sparte Agriculture Services and Oilseeds mit einem operativen Gewinn von 778 Millionen Dollar, ein Plus von 105 Prozent. Die Ölmühlen profitierten von einem günstigen Margenumfeld. Ausschlaggebend ist die im März finalisierte Beimischungspolitik (Renewable Volume Obligation), die die heimische Nachfrage anschiebt. Höhere globale Energiepreise kamen hinzu.
In Südamerika bremste dagegen die Verzögerung bei Brasiliens Biokraftstoffpolitik die Margen. Auch das Geschäft mit Agrarhandel-Dienstleistungen schwächelte: Der operative Gewinn sank um 9 Prozent.
Die Sparte Carbohydrate Solutions legte um 40 Prozent auf 470 Millionen Dollar zu. Starke Ethanolmargen inklusive politischer Anreize glichen die anhaltende Schwäche bei flüssigen Süßungsmitteln mehr als aus. Die Nutrition-Sparte wuchs nur um 3 Prozent. In der Humanernährung belasteten ungeplante Stillstände und höhere Inputkosten, während die Tierernährung um 21 Prozent zulegte.
Höhere Prognose, niedrigere Investitionen
Für das Gesamtjahr erwartet ADM nun einen bereinigten Gewinn je Aktie von 5,50 bis 5,80 Dollar. Bisher standen 5,15 bis 5,60 Dollar im Plan. Die Untergrenze steigt damit deutlich stärker als die Obergrenze. Das Management rechnet im vierten Quartal in allen Segmenten mit einem höheren operativen Gewinn als im Vorjahr.
Die Investitionsausgaben sollen auf 1,2 bis 1,3 Milliarden Dollar sinken, zuvor waren 1,3 bis 1,5 Milliarden vorgesehen. Der Konzern verweist auf die Konzentration auf renditestarke Projekte.
Konzernchef Juan Luciano sprach von starken Ergebnissen und lobte die gute Ausführung seines Teams. Die Aktie notierte vorbörslich bei rund 75,76 Dollar und damit praktisch unverändert. Der Markt hatte die Zahlen offenbar weitgehend erwartet. Eine Telefonkonferenz zu den Resultaten fand am Dienstag um 7:30 Uhr Central Time statt.
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