Argen-X Aktie: Kursziele hinken dem Kurs hinterher

Vyvgart übertrifft die Umsatzerwartungen, während Studienrückschläge und unterschiedliche Analystenziele die Argenx-Aktie prägen.

Die Kernpunkte:
  • Vyvgart-Umsatz über Analystenerwartungen
  • Verwässerter Gewinn je Aktie auf Konsensniveau
  • Sjögren-Studie wegen Wirksamkeit beendet
  • FB102-Studie bei Zöliakie erreicht Hauptziel

Die Aktie notiert über dem neuen Kursziel von Baird. Das ist selten und sagt einiges über die Dynamik, die Argenx nach den Zahlen zum dritten Quartal entfaltet. Der Biotechkonzern übertraf die Umsatzerwartungen, kassierte parallel aber Rückschläge in der Pipeline.

Vyvgart liefert über Plan

Der Umsatz mit Vyvgart lag bei 1,7 Milliarden Dollar, erwartet hatten Analysten rund 1,6 Milliarden. Getrieben wurde das Plus von neuen Patienten bei generalisierter Myasthenia gravis und der chronisch-entzündlichen demyelinisierenden Polyneuropathie (CIDP). Seronegative Patienten trugen das Wachstum besonders. Der verwässerte Gewinn je Aktie belief sich auf 7,80 Dollar und damit auf Konsensniveau.

Die Betriebskosten fielen höher aus als erwartet, unter anderem wegen des Forte-Deals. Über zwölf Monate wuchs der Umsatz um etwa 70 Prozent.

Rückschläge in der Pipeline

Weniger erfreulich: Die Phase-3-Studie bei Sjögren wurde wegen mangelnder Wirksamkeit abgebrochen. In der Dermatomyositis verfehlte die bestehende Phase-2/3-Studie den primären Endpunkt, nun braucht es eine eigenständige Phase-3-Studie. Damit fällt ein kurzfristiger Kurstreiber weg.

Positiv überraschte dagegen FB102 bei Zöliakie. Die Phase-2-Studie erreichte ihren primären Endpunkt, ein Phase-3-Programm soll folgen. Hinzu kommt ein Zulassungsantrag für okuläre Myasthenia gravis. Für die pädiatrische Form der generalisierten Myasthenia gravis steht im Februar ein Entscheidungstermin der US-Behörde an.

Analysten bleiben gespalten

Die Reaktionen fallen unterschiedlich aus, die Ziele reichen von 861 bis 1.200 Dollar und darüber:

  • Baird hebt das Kursziel auf 861 Dollar (zuvor 823) und bleibt bei „Neutral“
  • Jefferies bestätigt „Buy“ mit 1.200 Dollar und sieht langfristig mehr als 15 Milliarden Dollar Vyvgart-Umsatz
  • Stifel senkt auf 1.200 Dollar (zuvor 1.282), bleibt bei „Buy“
  • RBC reduziert auf 1.025 Dollar (zuvor 1.100) wegen des Sjögren-Rückschlags
  • TD Cowen bleibt bei „Buy“ mit 1.353 Dollar

Jefferies rechnet für 2026 mit 6,5 Milliarden Dollar Umsatz, der Konsens liegt bei 6,3 Milliarden. Die Aktie schloss zuletzt bei rund 876 Dollar und gab im Handelsverlauf etwa 1,6 Prozent nach.

Der nächste konkrete Termin liegt im Dezember. Dann erwartet Argenx Daten zu Empasiprubart bei multifokaler motorischer Neuropathie, die ersten zulassungsrelevanten Ergebnisse außerhalb von Vyvgart. Der Antrag für immunvermittelte nekrotisierende Myopathie soll bis Jahresende eingereicht werden.

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