Arm Aktie: AGI-CPU mit 136 Neoverse-Kernen
Arm verkauft künftig eigene Server-CPUs und meldet Meta als ersten Großkunden. Analysten sehen den Aktienkurs weiter steigen.

- Erste eigene Server-CPU seit 35 Jahren
- Meta als strategischer Erstkunde gewonnen
- Umsatzziel: 15 Milliarden Dollar bis 2031
- Raymond James erhöht Kursziel auf 641 Dollar
Der britische Chipdesigner Arm bricht mit seiner jahrzehntelangen Tradition als reiner Lizenzgeber und steigt in die direkte Vermarktung eigener Hardware ein. Mit der Vorstellung der neuen AGI-Zentraleinheit (CPU) für Rechenzentren vollzieht das Unternehmen einen radikalen Strategiewechsel.
Ziel ist es, nicht mehr nur Baupläne für andere Halbleiterfirmen zu entwerfen, sondern fertige Prozessoren unter eigenem Namen an Betreiber großer Serverfarmen zu verkaufen.
Angriff auf den Markt für KI-Server
Das Herzstück dieser neuen Ausrichtung ist die AGI-CPU, die Arm im Rahmen der Fachkonferenz Hot Chips präsentiert hat. Der Chip wird im fortschrittlichen 3-Nanometer-Verfahren beim Auftragsfertiger TSMC produziert und verfügt über 136 sogenannte Neoverse V3 Kerne. Mohamed Awad, Executive Vice President bei Arm, bezeichnete den Vorstoß als ersten Versand einer hauseigenen CPU seit 35 Jahren.
Als strategischer Partner und erster prominenter Abnehmer tritt der Konzern Meta auf. Die Zusammenarbeit unterstreicht das Ziel von Arm, sich im boomenden Markt für Künstliche Intelligenz (KI) als Hardware-Lieferant zu etablieren. Bis zum Jahr 2031 strebt das Management einen jährlichen Umsatz von 15 Milliarden US-Dollar allein durch den Verkauf eigener Chips an.
Der Gesamtumsatz des Konzerns soll bis dahin auf 25 Milliarden US-Dollar anwachsen. In den kommenden zwei Jahren rechnet das Unternehmen bereits mit einer Nachfrage im Wert von rund 2 Milliarden US-Dollar für die neue Chip-Generation.
Kooperation mit IBM erweitert das Ökosystem
Parallel zum Einstieg in die Chip-Produktion baut Arm seine Partnerschaften im Enterprise-Segment aus. Gemeinsam mit IBM wurde ein neuartiger Dual-Architektur-Prozessor entwickelt, der für den Einsatz in IBM-Z-Mainframes und LinuxONE-Systemen vorgesehen ist. Das Besondere an dieser Entwicklung: Jeder der elf Kerne des Prozessors kann sowohl Arm-Instruktionen als auch klassische IBM-Befehle nativ verarbeiten.
Diese Allianz zielt darauf ab, das globale Ökosystem von etwa 22 Millionen Arm-Entwicklern für die Mainframe-Welt zu öffnen. Der neue Prozessor, der unter anderem KI-Beschleuniger direkt auf dem Chip integriert, soll voraussichtlich ab 2027 verfügbar sein.
Durch die Integration von Arm-Architektur in Hochleistungsserver verspricht sich das Unternehmen eine weitere Festigung seiner Position, nachdem bereits jetzt mehr als 60 Prozent der KI-Server weltweit auf Neoverse-Technologie basieren.
Analysten sehen massives Aufwärtspotenzial
Am Aktienmarkt lösten die ehrgeizigen Wachstumspläne und der Einstieg in die Fertigung neues Interesse aus. Während die Notierung im Vergleich zum Jahresbeginn ein Plus von 120 Prozent aufweist, notiert das Papier aktuell bei 207,00 Euro. Das Unternehmen kommt damit auf eine Marktkapitalisierung von umgerechnet 222,76 Milliarden Euro.
Die Analysten von Raymond James haben am heutigen Dienstag ihre Einschätzung aktualisiert und das Kursziel für die Arm-Aktie auf 641 US-Dollar angehoben. Sie begründen diesen Schritt mit der Dynamik im Bereich der KI-Rechenzentren und dem Potenzial des neuen Geschäftsmodells.
Vor gut drei Wochen hatte der Konzern bereits starke Geschäftszahlen für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2027 vorgelegt, in dem der Nettogewinn um 107,69 Prozent auf 270 Millionen US-Dollar kletterte. Diese Ergebnisse untermauern den finanziellen Spielraum für die nun forcierte Expansion in den Hardware-Markt.
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