ASML: 1.351,60 Euro Hoch trotz Exportstreit

Trotz politischer Spannungen mit den USA erreicht der Chipausrüster neue Höchststände, angetrieben durch die KI-Nachfrage.

Die Kernpunkte:
  • Niederlande protestieren gegen US-Gesetz
  • Service für China-Maschinen bedroht
  • Aktie erreicht neues 52-Wochen-Hoch
  • KI-Boom treibt Nachfrage nach Systemen

ASML profitiert vom KI-Boom, gerät aber tiefer in den Exportstreit zwischen Washington und Den Haag. Die Niederlande wehren sich gegen ein US-Gesetz, das nicht nur neue Lieferungen nach China treffen würde. Es könnte auch den Service für bereits installierte Anlagen beschneiden.

Den Haag widerspricht Washington

Der niederländische Handelsminister Sjoerd Sjoerdsma hat in Washington formell Einwände gegen den geplanten MATCH Act vorgebracht. Kernpunkt ist die extraterritoriale Wirkung des Gesetzes. Die USA würden damit stärker in europäische Geschäfte eingreifen.

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Bislang zielen die Exportkontrollen vor allem auf modernste EUV-Systeme und besonders leistungsfähige DUV-Anlagen. Der neue Entwurf geht weiter. Er könnte auch einfachere DUV-Lithografiesysteme erfassen, die für chinesische Kunden bisher zugänglich waren.

Besonders heikel ist der Service. ASML dürfte nach dem Entwurf auch bestehende Maschinen in China nicht mehr ohne Weiteres warten. Genau dort liegt das wirtschaftliche Risiko, denn China stand im Jahr 2025 für rund 33 Prozent des Konzernumsatzes.

Aktie läuft trotzdem stark

Die Börse blendet den politischen Gegenwind bislang weitgehend aus. Am Mittwoch schloss die Aktie bei 1.351,60 Euro und erreichte damit ihr 52-Wochen-Hoch. Seit Jahresanfang liegt das Plus bei 36,76 Prozent.

Auch technisch wirkt der Trend intakt. Der Kurs notiert 11,76 Prozent über dem 50-Tage-Durchschnitt. Das stützt die Wahrnehmung, dass Käufer Rücksetzer weiter nutzen.

Der Grund liegt im Kerngeschäft. KI-Rechenzentren treiben die Nachfrage nach modernen Logic- und Speicherchips. Für deren Produktion brauchen die Hersteller Lithografiesysteme, und ASML bleibt in dieser Lieferkette schwer ersetzbar.

KI-Boom trifft Geopolitik

Das Management erwartet eine hohe Systemnachfrage bis 2026. Für 2026 peilt der Vorstand Nettoerlöse zwischen 36 und 40 Milliarden Euro an. Damit bleibt der Konzern klar auf Wachstumskurs.

Bei der Profitabilität bleibt ASML ebenfalls ambitioniert. Die Bruttomarge soll zwischen 51 und 53 Prozent liegen. Das zeigt, wie stark die Preissetzung trotz Exportauflagen bleibt.

Der Streit zeigt aber auch Europas Dilemma. Die Niederlande verfügen mit ASML über einen zentralen Engpass der Chipindustrie. Genau diese Unverzichtbarkeit verschafft politischen Einfluss, macht das Unternehmen aber zugleich zum Ziel amerikanischer China-Strategie.

Am 19. Mai berät ein Ausschuss des US-Repräsentantenhauses über den Wettbewerb mit China. Kommt der MATCH Act in schärferer Form voran, verschiebt sich der Fokus bei ASML: weg von reiner KI-Euphorie, hin zur Frage, wie viel China-Geschäft politisch noch tragbar bleibt.

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