ASML: 1.543 Euro 52-Wochen-Hoch erreicht

ASML-Aktie steigt auf neues 52-Wochen-Hoch, während CEO Fouquet vor übermäßiger EU-Regulierung warnt. Analysten sehen weiteres Potenzial.

Die Kernpunkte:
  • Neues 52-Wochen-Hoch bei 1.543 Euro
  • CEO kritisiert EU-Regulierungspläne
  • Analysten heben Kursziele an
  • Umsatzprognose für 2026 erhöht

Europas wertvollstes Unternehmen schreibt gerade Kursgeschichte — und sein Chef warnt die EU gleichzeitig vor sich selbst. ASML-Aktionäre erlebten am Dienstag ein neues 52-Wochen-Hoch von 1.543,20 Euro, während CEO Christophe Fouquet öffentlich gegen eine zu starke europäische Regulierung des Halbleitersektors votierte.

Fouquets Botschaft an Brüssel

Der Hintergrund: Die EU-Kommission hat ihr „European Technological Sovereignty Package“ vorgelegt. Fouquet reagierte prompt — und deutlich. Er fordert, dass Europa globale Technologieführer fördert, statt Lieferketten zu kontrollieren.

Seine Begründung ist konkret. Nur rund ein Prozent des ASML-Umsatzes entfällt auf Europa, 80 Prozent kommen aus Asien. Wer also europäische Halbleiterpolitik betreibt, reguliert ein Unternehmen, das seinen Kunden vor allem in Fernost dient.

Fouquet kritisiert lange Genehmigungsverfahren und strenge KI-Regeln. Ein Halbleiterwerk in Europa braucht im Schnitt vier Jahre Bauzeit — deutlich länger als in anderen Regionen. Er verlangt schnellere Genehmigungen, besseren Kapitalzugang und weniger bürokratische Last.

Analysten erhöhen die Kursziele

Die politische Debatte bremst die Kursfantasie kaum. Die Aktie hat seit Jahresbeginn rund 56 Prozent zugelegt und notiert nur 0,32 Prozent unter ihrem frischen Jahreshoch. Auf Zwölfmonatssicht beträgt das Plus sogar 126 Prozent.

Mehrere Großbanken haben ihre Kursziele zuletzt angehoben:

  • Bank of America: 1.921 Euro
  • JPMorgan: 1.900 Euro
  • Morgan Stanley: 1.660 Euro

Der Konsens lautet „Moderate Buy“. Als zentrales Argument gilt ASMLs Quasi-Monopol bei EUV-Lithografiemaschinen — unverzichtbare Ausrüstung für den KI-Infrastrukturboom.

Starke Zahlen, ambitionierte Ziele

ASML hat seine Umsatzprognose für 2026 auf 36 bis 40 Milliarden Euro angehoben. Im ersten Quartal lieferte der Konzern 8,8 Milliarden Euro Umsatz, eine Bruttomarge von 53 Prozent und einen Nettogewinn von 2,8 Milliarden Euro.

Beim Maschinenausstoß plant ASML ebenfalls mehr: Über 60 EUV-Systeme sollen 2026 ausgeliefert werden, rund 80 im Jahr 2027 — nach 48 Einheiten im vergangenen Jahr. Der Auftragsbestand lag zum Jahresende bei 38,8 Milliarden Euro.

Allerdings bleibt die Bewertung anspruchsvoll. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis liegt bei knapp 56 — deutlich über dem Fünfjahresdurchschnitt von rund 39. Risiken bleiben: Exportbeschränkungen in bestimmte Märkte und die noch unklare Adoptionsgeschwindigkeit der nächsten EUV-Generation bei Großkunden könnten das Tempo bremsen. Wie schnell die Nachfrage nach High-NA-EUV-Maschinen anzieht, entscheidet maßgeblich darüber, ob ASML die obere Hälfte seiner Umsatzspanne erreicht.

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