ASML: 11-Prozent-Sturz nach Musk-Hype

Nach Rekordhoch im Juni fällt die ASML-Aktie um über elf Prozent. Der Konzern legt zudem ein vollständiges Inventar seiner EUV-Maschinen vor.

Die Kernpunkte:
  • Kurssturz von über elf Prozent
  • Allzeithoch nach Musk-Lob erreicht
  • Terafab-Projekt als Kurstreiber identifiziert
  • ASML veröffentlicht vollständiges Maschinen-Inventar

Die ASML-Aktie durchlebt turbulente Tage. Nach einem massiven Höhenflug bis Ende Juni nehmen Anleger nun aggressiv Gewinne mit. Der Kurs fiel in nur drei Tagen um über elf Prozent auf 1.550,80 Euro. Zuvor hatte ein ambitioniertes Großprojekt von Elon Musk den Preis rasant nach oben getrieben.

Im Juni dominierte an der Börse klar der Optimismus. Elon Musk lobte ASML öffentlich als bestes europäisches Unternehmen. Kurz darauf trat er virtuell auf einer internen Konferenz des Konzerns auf. Das trieb den Kurs am 30. Juni auf ein Allzeithoch von 1.748,00 Euro. Seit Jahresbeginn steht damit noch immer ein starkes Plus von rund 57 Prozent auf der Kurstafel.

Der eigentliche Treiber heißt Terafab. SpaceX, Tesla, xAI und Intel planen gemeinsam eine gigantische Halbleiterfertigung für KI und Raumfahrt. Die anfänglichen Investitionen für dieses Netzwerk sollen 55 Milliarden US-Dollar betragen. Ein Vollausbau könnte sogar 119 Milliarden US-Dollar kosten.

Jetzt kühlt der Markt spürbar ab. Der RSI-Indikator liegt mit knapp 50 Punkten wieder im neutralen Bereich. Die Aktie driftet in Richtung ihres 50-Tage-Durchschnitts bei rund 1.434 Euro.

Lückenlose Aufklärung

Abseits der Charttechnik agiert ASML in einem politisch hochsensiblen Umfeld. US-Handelsminister Howard Lutnick äußerte Bedenken über mögliche illegale Exporte. Er fürchtete den Schmuggel von Bauteilen für EUV-Lithographie-Anlagen nach China.

ASML reagierte ungewöhnlich direkt. Der Konzern veröffentlichte ein vollständiges Inventar. Das Dokument erfasst den exakten Standort aller 314 aktiven und 26 stillgelegten EUV-Maschinen weltweit. Die klare Botschaft: Kein einziges EUV-System erreichte China. Analysten werten diese Transparenz als klugen Schachzug. ASML besänftigt so westliche Regulierungsbehörden und sichert das eigene Geschäftsmodell ab.

Souveränität und Quartalszahlen

CEO Christophe Fouquet führt die Geschäfte seit Anfang 2024. Er positioniert das Unternehmen zunehmend als Stützpfeiler der europäischen Technologiesouveränität. Zuletzt warnte er die EU-Kommission allerdings vor direkten Eingriffen in strategische Industrieprojekte. Die Industrie müsse den Takt vorgeben.

Am 15. Juli 2026 präsentiert ASML die Ergebnisse für das zweite Quartal. Dann rückt das operative Geschäft endgültig wieder in den Mittelpunkt. Investoren achten bei dem Zahlenwerk besonders darauf, wie schnell der Konzern seinen massiven Auftragsbestand abarbeitet. Auch die Stückzahl der ausgelieferten High-NA-EUV-Maschinen liefert dann konkrete Hinweise auf die künftige Umsatzentwicklung.

Anzeige

Asml-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Asml-Analyse vom 3. Juli liefert die Antwort:

Die neusten Asml-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Asml-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 3. Juli erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Asml: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Diskussion zu Asml