ASML: 36 Prozent Plus bei politischem Gegenwind

ASML verdient am KI-Boom wie kaum ein anderer Zulieferer der Chipindustrie. Die Nachfrage nach Lithografieanlagen steigt, weil Kunden ihre Werke für mehr Rechenleistung ausbauen. Parallel dazu wächst politischer Druck aus Washington. Für den niederländischen Konzern entsteht eine seltene Mischung aus Rückenwind und Risiko.

An der Börse spiegelt sich diese Spannung bereits in einem hohen Kursniveau. Am Donnerstag notierte die Aktie bei 1.348,40 Euro. Seit Jahresbeginn steht ein Plus von 36,44 Prozent zu Buche. Der Kurs liegt damit nur knapp unter dem jüngsten Hoch.

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KI-Boom treibt Nachfrage

ASML-Chef Christophe Fouquet nennt große Projekte wie Elon Musks Terafab und die Starlink-Satellitenflotte als Treiber der Nachfrage. Sie brauchen modernste Chips und damit immer mehr Lithografieanlagen.

Nicht ASML allein ist der Engpass. Fouquet sieht die größere Aufgabe bei den Kundenfabriken. Aus seiner Sicht müssen TSMC und Samsung ihre Werke schneller ausbauen. Das Ziel: neue Lithografiesysteme rascher aufnehmen und in laufende Ausbaupläne einpassen.

Fouquet rechnet damit, dass der KI-Boom die weltweiten Chipverkäufe in den kommenden Jahren um rund 20 Prozent pro Jahr steigen lässt. Das ist die zentrale bullische These hinter der Aktie: mehr Chips brauchen mehr High-End-Maschinen.

MATCH Act bringt China-Risiko

Die niederländische Regierung stellte sich am 18. Mai formal gegen den geplanten US-MATCH-Act. Das Vorhaben würde strengere einseitige Regeln für Export und Service von Halbleiterausrüstung schaffen. Für ASML wäre vor allem China betroffen.

Den Haag will seine eigene Exportkontrollpolitik behalten. Washington drängt dagegen auf mehr Kontrolle über sensible Chiptechnik. Genau hier entsteht der Konflikt für ASML.

Brisant ist der Serviceaspekt. Der Entwurf könnte ASML daran hindern, wichtige Wartung und Support für bereits installierte DUV-Immersionssysteme zu leisten. Diese Anlagen stehen auch in chinesischen Fabriken. Die niederländische Regierung warnt vor erheblichem wirtschaftlichem Schaden.

Zahlen bleiben stark

Politik belastet die Debatte, operativ bleibt ASML stark. Im Auftaktquartal 2026 erzielte der Konzern einen Nettogewinn von 2,8 Milliarden Euro bei 8,8 Milliarden Euro Umsatz.

Die Zahlen stützen den Eindruck, dass die Nachfrage nicht nur Zukunftsmusik ist. ASML verdient bereits auf hohem Niveau und behält Preissetzungsmacht.

Die operative Marge lag bei 36,0 Prozent. Der Gewinn je Aktie erreichte 7,15 Euro und lag über den Konsensschätzungen.

Zum Jahresende 2025 lag der Auftragsbestand bei rund 38,8 Milliarden Euro. Er zeigt, wie stark Kunden ihre Kapazitäten weiter ausbauen wollen.

Die Kapitalpolitik bleibt ebenfalls aktionärsfreundlich. ASML nutzt ein Aktienrückkaufprogramm von bis zu 12 Milliarden Euro. Es soll bis Dezember 2028 laufen.

Für das Geschäftsjahr 2025 erhalten Aktionäre 7,50 Euro je Aktie. Das entspricht einem Plus von 17 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Kurzfristig prallen zwei Kräfte aufeinander: starke KI-Nachfrage und neue politische Eingriffe. Der nächste Impuls kann aus Washington oder von konkreten Ausbauplänen der Kunden kommen. Solange die KI-Investitionen laufen, bleibt das Geschäft stark. Ein harter Service-Stopp in China würde diese Stärke aber sichtbar belasten.

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