ASML: 38 bis 49 Prozent Wachstum im zweiten Halbjahr
Trotz kurzfristiger Branchenerholung verliert ASML wöchentlich 5,2 Prozent. Bewertungsexperten heben dennoch ihre Kursziele an.

- Wochenminus von 5,2 Prozent
- Analysten erhöhen Fair-Value-Schätzungen
- Kurs unter Rückkauf-Niveau
- Umsatzprognose für H2 angehoben
Am Montag vergangener Woche zog eine Rally europäischer Halbleiterwerte auch ASML mit nach oben. Die Sektor-Rotation brachte dem niederländischen Lithografie-Ausrüster kurzfristig Auftrieb, konnte den mittelfristigen Abwärtsdruck der Aktie aber nicht umkehren. Der Kurs notiert weiterhin spürbar unter dem Niveau vom Frühsommer.
Sektor-Rally ohne nachhaltige Wirkung
Die Bewegung vom vergangenen Montag reihte sich in einen breiteren Trend ein: Europäische Chipwerte legten gemeinsam zu, getragen von einer allgemeinen Erholungsstimmung in der Branche. Für ASML blieb der Effekt jedoch von kurzer Dauer.
Der Schlusskurs vom Freitag lag bei 1.507,80 Euro, auf Wochensicht bedeutet das ein Minus von 5,2 Prozent. Der RSI von 47,7 signalisiert dabei weder eine überkaufte noch eine überverkaufte Situation – der Markt scheint sich in einer Konsolidierungsphase zu befinden, nachdem die im Juli angehobene Umsatzprognose die Aktie zunächst beflügelt, seither aber an Zugkraft verloren hatte.
Bewertungsanalysten sehen mehr Potenzial
Unabhängig von der kurzfristigen Kursschwäche meldeten sich vergangene Woche Bewertungsanalysten zu Wort: Sie hoben ihre Fair-Value-Schätzungen für ASML an. Als Begründung nannten sie eine verbesserte Sichtbarkeit bei den Auftragseingängen, höher angesetztes Umsatzwachstum sowie erweiterte Kapazitätsannahmen für die EUV- und DUV-Fertigung.
Diese Einschätzung stützt sich auf die im Juli angehobene Jahresprognose, wonach ASML für das zweite Halbjahr ein Umsatzwachstum zwischen 38 und 49 Prozent in Aussicht gestellt hatte – eine deutliche Spanne, die zeigt, wie stark die Visibilität für das Unternehmen selbst noch schwankt.
Aktienrückkäufe als Referenzpunkt
Ein weiteres Detail aus der jüngsten Marktbeobachtung: ASML handelte zuletzt unterhalb der Kurse, zu denen das Unternehmen Ende Juni und Anfang Juli eigene Aktien im Rahmen des laufenden Rückkaufprogramms erworben hatte. Diese früheren Rückkäufe dienen Beobachtern nun als Referenzmarke für die aktuelle Handelsspanne nach der Prognoseanhebung – ein Hinweis darauf, dass der Markt die optimistische Guidance vom Sommer bislang nicht vollständig honoriert hat.
Einordnung für Anleger
Die Gemengelage bleibt gespalten: Auf der einen Seite stehen eine kräftig angehobene Umsatzprognose, positive Bewertungsrevisionen und eine sektorweite Erholungsbewegung.
Auf der anderen Seite drückt der Kurs seit Wochen nach unten, und die 200-Tage-Linie bei 1.251,00 Euro liegt mit einem Abstand von 21 Prozent deutlich unter dem aktuellen Niveau – ein Polster, das zeigt, dass der langfristige Aufwärtstrend trotz der jüngsten Schwäche intakt bleibt.
Für Anleger dürfte entscheidend sein, ob sich die für das zweite Halbjahr in Aussicht gestellte Wachstumsbeschleunigung tatsächlich in den kommenden Quartalszahlen niederschlägt. Bis dahin bleibt die Aktie zwischen Rekord-Guidance und einer Marktstimmung gefangen, die noch nicht vollständig überzeugt ist.
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