ASML Aktie: Atempause gewährt
Die US-Regierung schiebt geplante Zölle auf chinesische Halbleiter um 18 Monate auf. Für ASML bedeutet dies Planungssicherheit im wichtigen China-Geschäft mit DUV-Lithografiesystemen.

- US-Strafzölle auf Chips bis Mitte 2027 verschoben
- ASML gewinnt Planungssicherheit für China-Markt
- Chinas eigene EUV-Entwicklung schreitet voran
- Fokus liegt nun auf Quartalszahlen für 2025
Die US-Regierung verschafft der Halbleiterindustrie Luft zum Atmen. Nach Abschluss einer Untersuchung zu Chinas Chip-Ambitionen hat Washington neue Strafzölle auf chinesische Halbleiter um 18 Monate verschoben – bis Mitte 2027. Für ASML, dessen DUV-Lithografiesysteme in chinesischen Fabriken gefragt sind, bedeutet das Planungssicherheit in einem wichtigen Absatzmarkt.
Hintergrund der Entscheidung
Der US-Handelsbeauftragte (USTR) schloss gestern eine sogenannte Section-301-Untersuchung zu Chinas Halbleiterpolitik ab. Das Ergebnis: Pekings Strategie zur Dominanz im Chip-Sektor schade dem US-Handel. Doch statt sofort zu handeln, werden die angekündigten Zölle auf chinesische Legacy-Chips erst am 23. Juni 2027 wirksam. Bis dahin bleibt die Zusatzbelastung bei null Prozent.
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Beobachter führen die Verzögerung auf den „Handelsfrieden“ zwischen Präsident Donald Trump und Chinas Staatschef Xi Jinping vom Oktober zurück. Für ASML entfällt damit zunächst ein Risiko, das die Investitionspläne chinesischer Foundries hätte belasten können. China ist für den niederländischen Konzern ein bedeutender Markt – insbesondere für Deep-Ultraviolet-Systeme (DUV), die für weniger kritische Fertigungsprozesse eingesetzt werden.
Was bedeutet das konkret?
ASML kann seine bestehenden Aufträge ohne drohende Handelsbarrieren abarbeiten. Das 18-monatige Zeitfenster verschafft dem Unternehmen Raum, um trotz verschärfter Exportkontrollen aus Den Haag und Washington Geschäfte zu realisieren. Bereits 2025 hatte die niederländische Regierung den Verkauf fortschrittlicher Immersions-DUV-Systeme an chinesische Kunden eingeschränkt.
Langfristig bleiben Unsicherheiten. Anfang Dezember wurde bekannt, dass chinesische Hersteller – unterstützt von ehemaligen Brancheningenieuren – in Shenzhen einen Prototyp einer EUV-Lithografiemaschine entwickelt haben. Bis zur Massenproduktion dürften noch Jahre vergehen, möglicherweise bis 2028 oder 2030. Doch die Entwicklung zeigt, dass Chinas Unabhängigkeitsbestrebungen voranschreiten.
Ausblick auf 2026
In den kommenden Wochen richtet sich der Fokus auf ASMLs Quartalszahlen für Q4 und das Gesamtjahr 2025, die Mitte Januar 2026 erwartet werden. Analysten dürften ihre Risikomodelle für das China-Geschäft im laufenden Jahr überarbeiten, nachdem die unmittelbare Zollbedrohung verschoben wurde. Der USTR kündigte allerdings an, die genaue Höhe der Zölle mindestens 30 Tage vor Inkrafttreten 2027 bekanntzugeben – eine finale Entscheidung steht also noch aus.
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