ASML Aktie: Bernstein hebt Kursziel auf 2.623 Dollar

Trotz zehnprozentigem Kursrückgang vom Rekordhoch prognostizieren Experten ein massives Aufwärtspotenzial für den Chipausrüster.

Die Kernpunkte:
  • Bernstein erhöht Kursziel drastisch
  • Politische Risiken belasten den Kurs
  • Quartalszahlen im Juli als Test
  • Aktie trotz Rücksetzer im Jahresplus

Starke Analysten, schwache Kurse. Bei ASML klaffen Erwartung und Realität derzeit spürbar auseinander. Die Aktie gab am Dienstag um fast zwei Prozent auf 1.566 Euro nach. Damit weitet sich der Rücksetzer vom jüngsten Rekordhoch auf rund zehn Prozent aus. Im krassen Gegensatz dazu heben Wall-Street-Experten ihre Prognosen massiv an.

Bernsteins gewaltige Prognose

Bernstein-Analyst David Dai liefert die aggressivste Anpassung. Er bestätigt sein Kaufsignal und schraubt das Kursziel um ein Drittel auf 2.623 US-Dollar nach oben. Das entspricht einem Kurspotenzial von fast 50 Prozent. Dai rechnet mit einem massiven Ausbau der Chip-Kapazitäten.

Im Zentrum stehen die Auslieferungen extremer UV-Anlagen. Dai erwartet im kommenden Jahr 91 ausgelieferte Maschinen. Zwölf Monate später sollen es bereits 113 Systeme sein. Das übertrifft seine alte Schätzung um mehr als das Doppelte. Diese sogenannten High-NA-Systeme kosten pro Stück schätzungsweise 400 Millionen US-Dollar.

Die Prognose wiegt schwer. Der Analyst lag bei ASML in den vergangenen zwölf Monaten immer richtig. Seine Empfehlungen brachten im Schnitt 30 Prozent Rendite.

Politische Risiken bremsen den Kurs

Auch andere Häuser bleiben optimistisch. Susquehanna hob das Kursziel kürzlich auf 2.350 Euro an. Goldman Sachs und UBS raten ebenfalls zum Kauf. Jefferies nimmt dagegen eine neutrale Haltung ein.

Der Grund für die Zurückhaltung: handfeste politische Risiken. Die Niederlande schließen sich offiziell der US-geführten „Pax Silica“-Allianz an. Das schürt Ängste vor strengeren Exportkontrollen. Parallel dazu verzögern wichtige Kunden wie TSMC den Wechsel auf ASMLs teuerste Maschinengeneration. Die Chipfertiger setzen kurzfristig lieber auf günstigere Verpackungstechniken.

Trotz des aktuellen Rücksetzers glänzt die Jahresbilanz. Seit Januar legte das Papier um gut 58 Prozent zu. Der Relative-Stärke-Index notiert derzeit bei neutralen 50,4 Punkten.

Die Bewährungsprobe im Juli

Im Juli präsentiert ASML neue Quartalszahlen. Dann müssen pralle Auftragsbücher die hohen Erwartungen der Analysten belegen. Die hohe jährliche Schwankungsbreite von 63 Prozent zeigt die aktuelle Nervosität der Anleger. Der nächste große Kursimpuls hängt nun vom Management ab. Die Führungsebene muss im Quartalsbericht klären, ob die immense KI-Nachfrage die drohenden Exportrisiken nach China ausgleichen kann.

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