ASML Aktie: Das wahre China-Risiko
ASML übertrifft Umsatzerwartungen, doch ein drohendes US-Gesetz gegen China-Exporte belastet die Bewertung und könnte den Gewinn je Aktie schmälern.

- Starke Quartalszahlen mit übererwartetem Umsatz
- US-Gesetz bedroht Geschäft mit älteren China-Maschinen
- Bewertungsaufschlag gegenüber Wettbewerbern schrumpft
- Hauptversammlung mit Dividenden- und Personalentscheidungen
Starke Nachfrage, schwache Kurse — bei ASML klaffen operative Realität und geopolitische Ängste derzeit weit auseinander. Während der KI-Boom die Auftragsbücher des niederländischen Anlagenbauers füllt, wirft ein drohendes US-Gesetz einen langen Schatten auf die Bewertung.
Das erste Quartal lieferte eigentlich Argumente für weiter steigende Notierungen. Der Umsatz übertraf mit 8,8 Milliarden Euro die Erwartungen, der Nettogewinn lag bei 2,8 Milliarden Euro. Das Management hob die Jahresprognose im Anschluss spürbar an.
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Trotz der starken Zahlen reagierte der Markt am Tag der Veröffentlichung mit einem Kursrutsch. Aktuell notiert das Papier bei 1.228,40 Euro. Auf Jahressicht steht zwar immer noch ein sattes Plus von gut 24 Prozent auf der Anzeigetafel, der Abstand zum Rekordhoch von Ende Februar beträgt aber mittlerweile gut fünf Prozent.
Washingtons langer Arm
Die Ursache für die Zurückhaltung liegt in Asien. Der Umsatzanteil mit chinesischen Kunden brach im ersten Quartal von 36 auf 19 Prozent ein. Ein parteiübergreifender Vorstoß im US-Kongress verschärft die Lage nun zusätzlich. Der sogenannte MATCH Act zielt darauf ab, chinesische Chipfirmen komplett von westlichen Anlagen abzuschneiden.
Setzen die USA das Gesetz durch und zwingen die Niederlande zur Umsetzung, droht ASML ein Verbot für den Verkauf und die Wartung älterer DUV-Maschinen in China. Analysten von JPMorgan schätzen, dass ein solches Szenario den Gewinn je Aktie um bis zu zehn Prozent drücken könnte.
Hauptversammlung im Schatten der Geopolitik
Die politische Unsicherheit drückt messbar auf die Bewertung. ASML wird aktuell mit einem Aufschlag von lediglich 17 Prozent gegenüber dem US-Konkurrenten Applied Materials gehandelt — der geringste Wert seit über einem Jahrzehnt.
Am kommenden Mittwoch trifft sich die Führungsriege mit den Aktionären zur Hauptversammlung in Veldhoven. Auf der Agenda stehen weitreichende Personalien. Marco Pieters soll als neuer Chief Technology Officer in den Vorstand einziehen, während Finanzchef Roger Dassen für weitere vier Jahre bestätigt wird. Aktionäre stimmen außerdem über eine um 17 Prozent erhöhte Jahresdividende von 7,50 Euro je Aktie ab.
Die fundamentale Story des Unternehmens bleibt indes intakt. CEO Christophe Fouquet verweist auf eine Chip-Nachfrage, die das Angebot weiterhin übersteigt. Speicherchip-Hersteller sind für den Großteil des Jahres ausverkauft, während Logik-Kunden massiv in neue 2-Nanometer-Kapazitäten investieren. Auf der Hauptversammlung prallen diese vollen Auftragsbücher direkt auf das ungelöste China-Risiko. Konkrete Aussagen des Managements zu den finanziellen Puffer-Strategien bei einem vollständigen US-Exportbann liefern den nächsten harten Impuls für die Aktie.
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