ASML Aktie: Ersatzteilpreise für Korea um 10% erhöht
Samsung und SK Hynix akzeptieren höhere Preise ab Januar 2027; geplante EUV-Lieferungen bleiben von Kundeninvestitionen abhängig.

- Zehn Prozent Aufschlag auf Ersatzteile vereinbart
- Preiserhöhung gilt ab Januar 2027
- ASML plant 2026 über 60 EUV-Systeme
- SK Hynix plant 20 Low-NA-Anlagen
ASML setzt im südkoreanischen Ersatzteilgeschäft höhere Preise durch. Laut The Elec akzeptierten Samsung und SK Hynix nach Verhandlungen im September einen Aufschlag von 10% auf sämtliche EUV- und DUV-Ersatzteile für diesen Markt. Die Erhöhung gilt für Lieferungen ab Januar 2027. Damit gewinnt neben dem Verkauf neuer Maschinen auch das Geschäft mit bereits installierten Systemen an Bedeutung für Anleger.
Höhere Preise für die installierte Basis
Die Vereinbarung betrifft Ersatzteile, nicht die Verkaufspreise neuer Anlagen. Ihr Geltungsbereich ist ausdrücklich der südkoreanische Markt. Eine weltweite Preiserhöhung lässt sich daraus nicht ableiten.
Das Geschäft mit der installierten Basis liefert bereits einen erheblichen Umsatzbeitrag. Im zweiten Quartal 2026 erzielte ASML im Bereich Installed Base Management einen Umsatz von 2,76 Milliarden Euro. Die Bruttomarge betrug 54%.
Die höheren Ersatzteilpreise eröffnen einen zusätzlichen Umsatzhebel bei bestehenden Kunden. Wie stark sie sich auf Umsatz und Ergebnis auswirken werden, lässt sich aus dem Aufschlag allein nicht bestimmen. Entscheidend bleiben auch Umfang und Zusammensetzung der Lieferungen. Die Preiserhöhung ist deshalb ein konkreter Geschäftstreiber, aber noch keine bezifferte Gewinnsteigerung.
Speicherbedarf treibt die Maschinenplanung
Parallel dazu plant ASML höhere EUV-Auslieferungen. Medienberichten zufolge will das Unternehmen 2026 mehr als 60 Systeme ausliefern. Diese Planung umfasst sowohl High-NA- als auch Low-NA-Anlagen.
Als Treiber gilt der Speicherbedarf für KI-Rechenzentren. Das verbindet die Nachfrage nach neuen Maschinen mit den Investitionen der Speicherhersteller. Für Anleger zählt deshalb nicht allein der Ausbau der Chipproduktion für KI-Prozessoren, sondern auch die dafür benötigte Speicherinfrastruktur.
Für 2027 erwartet ASML etwa 80 EUV-Auslieferungen. SK Hynix plant zudem, in den nächsten zwei Jahren 20 Low-NA-EUV-Systeme für HBM-Speicher und fortgeschrittene Speicherlösungen zu installieren.
Wachstum trifft auf Finanzierungsrisiken
ASML-CEO Christophe Fouquet hält einen KI-Chipboom über 2028 hinaus für möglich. Diese Einschätzung stützt den längerfristigen Ausbaugedanken, bleibt aber eine Erwartung und keine Garantie für entsprechende Bestellungen.
Auf der anderen Seite warnte Broadcom-CEO Hock Tan gestern in Singapur vor Kapital als möglichem Engpass für den KI-Ausbau. Finanzierungskosten und unklare Investitionsrenditen könnten die Expansion stärker bremsen als fehlende Chips, Speicher oder Strom.
Für ASML ergibt sich daraus ein zweigeteiltes Bild: Die vereinbarten Ersatzteilpreise sind ein konkreter kommerzieller Fortschritt. Die geplanten Maschinenlieferungen hängen dagegen weiterhin davon ab, dass Kunden ihre Investitionen umsetzen können. Genau diese Unterscheidung trennt den greifbaren Preishebel von den längerfristigen Wachstumserwartungen.
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