ASML Aktie: Kann ASML liefern?
UBS hält stärkere Produktionsausweitungen und Umsatzplus für möglich; ASML hat die zusätzlichen Kapazitäten bislang nicht zugesagt.

- UBS sieht mehr Ausbaupotenzial für 2027
- ASML prüft höhere Kapazität für 2028
- UBS erwartet 2027 mehr als 30 Prozent Umsatzwachstum
- Mögliche Preiserhöhungen könnten Gewinne 2028 steigern
UBS sieht bei ASML mehr Wachstumsspielraum als bislang eingeplant. In ihrer gestern veröffentlichten Einschätzung hält die Bank einen Kapazitätsausbau von mehr als 30% für 2027 und 2028 für möglich. Für Anleger liegt darin die entscheidende Frage: Kann ASML die starke Nachfrage in zusätzliche Lieferungen und höhere Gewinne übersetzen?
Die Einordnung geht über ein einzelnes Quartal hinaus. Sie richtet den Blick auf die Produktionsmöglichkeiten für EUV- und Immersionssysteme. Ein größerer Ausbau könnte die Grundlage für höhere mittelfristige Geschäftsziele schaffen. Beschlossen ist ein solcher Schritt allerdings nicht.
Geplante Kapazität und zusätzliche Möglichkeiten
Im Juli plante ASML, die Kapazität für Low-NA-EUV-Systeme 2027 um 30% auf etwa 85 Maschinen zu erhöhen. UBS hält einen noch stärkeren Ausbau für möglich.
Diese Unterscheidung ist wichtig: Die Einschätzung der Analysten beschreibt zusätzliches Potenzial und keine verbindliche Unternehmenszusage. Für die Bewertung zählt deshalb nicht allein die Nachfrage. Ebenso entscheidend ist, welche Produktionskapazität ASML tatsächlich bereitstellen kann.
Für 2028 prüft das Unternehmen einen weiteren Ausbau um 30% auf etwa 110 Maschinen. Auch dieser Schritt ist bislang nicht zugesagt.
Die langen Lieferzeiten machen solche Planungen besonders relevant. Low-NA-Systeme benötigen mehr als ein Jahr bis zur Lieferung und kosten etwa 200 Mio. Euro je Stück. Kapazitätsentscheidungen betreffen damit nicht nur kurzfristige Umsätze, sondern die Liefermöglichkeiten über mehrere Berichtsperioden.
UBS erwartet Wachstum über dem Konsens
Beim Umsatz rechnet UBS für 2027 mit einem Wachstum von mehr als 30%. Der Analystenkonsens liegt bei 28%.
Die Bank setzt damit darauf, dass ASML stärker zulegen kann als im Marktdurchschnitt erwartet. Rückenwind sieht auch Morgan Stanley: Das Haus verweist auf starke Nachfrage aus der Speicherchipfertigung und von Auftragsfertigern. Beide Bereiche stützen die optimistische Einschätzung der künftigen Geschäftsentwicklung.
Zusätzliche Chancen erkennt UBS bei den Preisen. Mögliche Erhöhungen könnten nach Einschätzung der Bank dazu führen, dass die Gewinne 2028 die bisherigen Schätzungen um 15–20% übertreffen.
Höhere Ziele brauchen belastbare Zusagen
Für Anleger ergeben sich daraus zwei unterschiedliche Hebel: mehr lieferbare Systeme und bessere Erlöse je System beziehungsweise Serviceleistung. Beide könnten das Gewinnpotenzial erhöhen. Noch handelt es sich dabei aber um Erwartungen und mögliche Maßnahmen.
ASML veröffentlicht seit 2026 keine Quartalsaufträge mehr. Aussagen zur Kapazität gewinnen deshalb als Orientierung für das künftige Geschäft an Gewicht. Entscheidend wäre eine Bestätigung, dass aus geprüften Erweiterungen verbindliche Ausbaupläne werden. Erst dann ließe sich die optimistische Analystensicht auf eine belastbarere operative Grundlage stellen.
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