ASML Aktie: US-Bann überschattet Rally

Die Erleichterung durch sinkende Ölpreise wird durch einen neuen US-Gesetzentwurf überschattet, der ASMLs Umsatz in China massiv gefährden könnte. Die Quartalszahlen am 15. April stehen im Fokus.

Die Kernpunkte:
  • Neuer US-Gesetzentwurf bedroht ASMLs China-Umsätze
  • Quartalszahlen am 15. April zeigen Auswirkungen von Exportbeschränkungen
  • JPMorgan rechnet mit Gewinneinbußen von bis zu zehn Prozent
  • Aktie zeigt sich robust mit über 23 Prozent Jahresplus

Die geopolitische Entspannung im Nahen Osten hat den Halbleitersektor diese Woche kräftig durchatmen lassen. Für den Ausrüster ASML kommt die Erleichterungsrally genau zur rechten Zeit, denn am Montag stehen die Quartalszahlen an. Allerdings braut sich in Washington parallel ein neues Gesetzesvorhaben zusammen, das weite Teile des wichtigen China-Geschäfts lahmlegen könnte.

Der jüngste Waffenstillstand zwischen den USA und dem Iran sorgte an den Märkten für sinkende Ölpreise. Davon profitiert ASML überproportional. Der Grund liegt in der Kundenstruktur: Asien ist mit einem Umsatzanteil von üblicherweise 60 bis 70 Prozent der wichtigste Absatzmarkt für die Niederländer. Länder wie Taiwan, Südkorea und Japan sind bei der Halbleiterfertigung stark von Energieimporten abhängig, weshalb die Entspannung an der Ölpreis-Front direkte Erleichterung für die dortigen Chip-Produzenten bedeutet.

Washington plant den nächsten Schlag

Die Freude über die entspanntere Lage könnte nur von kurzer Dauer sein. Mit dem sogenannten MATCH Act haben US-Politiker einen parteiübergreifenden Gesetzentwurf eingebracht, der Chinas Zugang zu Chip-Technologie weiter kappen soll. Sollte das Gesetz verabschiedet werden, stünden selbst die älteren DUV-Lithografiesysteme von ASML auf der Verbotsliste.

Zudem drohen strenge Restriktionen für Wartung und technischen Support bei chinesischen Herstellern wie SMIC oder Huawei. JPMorgan-Analyst Sandeep Deshpande rechnet vor, dass ein Inkrafttreten den Gewinn je Aktie um bis zu zehn Prozent schmälern könnte. Zwar würden die Verkäufe in andere Regionen steigen, den Wegfall der chinesischen Umsätze dürfte das aber kaum vollständig kompensieren.

Fokus auf den Auftragsbestand

Wie stark die bisherigen Exportbeschränkungen bereits bremsen, zeigt sich am kommenden Montag, wenn das Management die Zahlen für das erste Quartal 2026 vorlegt. Die zentrale Aufgabe lautet, ob Kunden aus Taiwan, Südkorea und den USA eine mögliche Schwäche im China-Geschäft auffangen können. An der Börse zeigt sich der Titel im Vorfeld robust: Mit einem gestrigen Schlusskurs von 1.220,20 Euro verzeichnet das Papier seit Jahresbeginn ein Plus von über 23 Prozent.

Neben den Quartalszahlen blicken Investoren bereits auf die anstehende Hauptversammlung. Der Terminkalender für die kommenden Wochen ist dicht getaktet:

  • 15. April: Veröffentlichung der Q1-Zahlen
  • 22. April: Hauptversammlung mit geplanten Vertragsverlängerungen des Vorstands
  • 24. April: Auszahlung der Bardividende von 2,70 Euro

Der anstehende Analysten-Call am Montag liefert dem Management die erste große Bühne, um sich direkt zu den potenziellen Auswirkungen des MATCH Acts zu äußern. Investoren erwarten dann ein klares Update zur Jahresprognose, um die tatsächlichen Risiken des US-Vorstoßes für das operative Geschäft quantifizieren zu können.

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