ASML Aktie: Zweite Prognoseanhebung 2026

ASML korrigiert Umsatzerwartung für 2026 auf bis zu 45 Milliarden Euro. Starke Quartalszahlen und hohe Auftragssichtbarkeit bis 2028 untermauern den positiven Ausblick.

Die Kernpunkte:
  • Umsatzprognose auf 43 bis 45 Milliarden Euro angehoben
  • Starkes zweites Quartal mit 9,3 Milliarden Euro Umsatz
  • EUV-Sparte treibt Wachstum mit 57 Prozent Anteil
  • Auftragssichtbarkeit reicht bis ins Jahr 2028

Zweimal in einem Jahr die eigene Latte höher legen — das schafft nicht jedes Unternehmen. ASML hat am Mittwoch genau das getan und die Umsatzprognose für 2026 kräftig nach oben korrigiert. Der Grund: Kunden bauen ihre Kapazitäten für KI-Chips schneller aus als noch im April erwartet.

Zweite Anhebung binnen eines Jahres

Der niederländische Lithografie-Spezialist erwartet für das laufende Jahr nun einen Umsatz zwischen 43 und 45 Milliarden Euro, bei einer Bruttomarge von 54 bis 56 Prozent. Erst im April hatte das Management die Spanne auf 36 bis 40 Milliarden Euro angehoben — die neue Prognose liegt damit deutlich über den bisherigen Erwartungen und übertrifft auch den Analystenkonsens.

Im zweiten Quartal legte der Umsatz überraschend stark auf 9,3 Milliarden Euro zu, nach knapp 8,8 Milliarden im ersten Jahresviertel. Der Nettogewinn kletterte auf 2,9 Milliarden Euro. Die Bruttomarge verbesserte sich von 53 auf 54 Prozent und lag damit ebenfalls über den Markterwartungen.

Getragen wird das Wachstum von der EUV-Sparte, die rund 57 Prozent der Systemverkäufe ausmachte. Logik- und Speicherchip-Hersteller fragen die Maschinen inzwischen fast gleichermaßen nach — ein Zeichen dafür, dass der KI-Boom längst nicht mehr nur die Logik-Fertigung antreibt, sondern auch den Speichermarkt erfasst hat.

Sichtbarkeit bis 2028

Besonders bemerkenswert: ASML hat nach eigenen Angaben bereits nahezu alle nötigen Bestellungen für 2027 hereinbekommen, dazu einen großen Teil der Aufträge für 2028. Diese Visibilität erlaubt dem Konzern, langfristig zu planen — für 2027 sind Kapazitätserweiterungen bei EUV-Systemen um 30 Prozent gegenüber 2026 vorgesehen, eine weitere Ausweitung für 2028 wird geprüft.

Ein technologischer Meilenstein kam zur richtigen Zeit: Intel hat die neue High-NA-EUV-Lithografie für ausgewählte Fertigungsschichten seiner 18A-Prozesstechnologie in die Produktion integriert. Für ASML ist das der Beweis, dass die teuerste und komplexeste Maschinengeneration im industriellen Maßstab funktioniert — ein wichtiges Argument gegenüber anderen Großkunden, die über die Einführung in die Massenfertigung noch verhandeln.

Bei den Aktionärsrückflüssen hält ASML Kurs. Für das Geschäftsjahr 2025 zahlte der Konzern eine Gesamtdividende von 7,50 Euro je Aktie, die erste Quartalsdividende für 2026 in Höhe von 1,88 Euro je Aktie wird am 5. August ausgezahlt. Im zweiten Quartal kaufte das Unternehmen zudem eigene Aktien im Wert von rund 1,1 Milliarden Euro zurück.

Trotz der starken Zahlen bleibt ein Unsicherheitsfaktor: China steuerte im zweiten Quartal rund 14 Prozent der Systemverkäufe bei, verschärfte Exportkontrollen für Chip-Ausrüstung könnten diesen Anteil künftig belasten. Die nächsten konkreten Weichenstellungen zur langfristigen Strategie will ASML auf seinem Capital Markets Day am 10. Juni 2027 präsentieren.

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