ASML: Analysten widersprechen dem Ausverkauf

ASML führt sein Rückkaufprogramm weiter, während mehrere Analysehäuser die Aktie positiv beurteilen und der Kurs seit dem Sommerhoch nachgibt.

Die Kernpunkte:
  • Aktie verliert binnen sieben Tagen 4,5 Prozent
  • BofA und UBS bestätigen Kaufempfehlungen
  • AlTi Global verringert ASML-Position um 76,3 Prozent
  • Intel Foundry nutzt ASMLs High-NA-EUV-Systeme

ASML hat am Montag neue Details zu seinem laufenden Aktienrückkaufprogramm veröffentlicht. Der niederländische Lithografie-Spezialist teilte die jüngsten Transaktionen im Rahmen des Programms mit – ein Signal, dass der Konzern trotz der jüngsten Kursschwäche an seiner Kapitalrückführung an Aktionäre festhält. Für Anleger, die seit Wochen einen deutlichen Rücksetzer der Aktie beobachten, ist das eine Beruhigungspille.

Der Kurs steht bei 1.431,60 Euro und hat allein in den vergangenen sieben Handelstagen 4,5 Prozent verloren. Zum Rekordhoch von 1.748,00 Euro aus dem Sommer klafft mittlerweile eine Lücke von 18 Prozent.

Der Titel notiert damit auch spürbar unter seinem 50-Tage-Durchschnitt von 1.530,64 Euro, während er den langfristigeren 200-Tage-Durchschnitt weiterhin um 12 Prozent überragt. Der RSI von 38,7 deutet auf eine technisch überverkaufte Lage hin.

Analysten widersprechen dem Ausverkauf

Mehrere große Häuser haben sich zuletzt gegen die negative Kursbewegung gestellt. BofA bekräftigte ASML am 25. August als Top-Pick und bezeichnete den Ausverkauf der Aktie als nicht gerechtfertigt. Nur wenige Tage später, am 31. August, bestätigte auch UBS ihre Kaufempfehlung für den Titel.

Beide Häuser stützen sich auf die Einschätzung, dass die fundamentale Geschäftsentwicklung von ASML den Kursrückgang nicht rechtfertigt. Zuvor hatten bereits Barclays, DBS und Bernstein im August ihre positiven Einstufungen für die Aktie bestätigt – ein bemerkenswert geschlossenes Bild unter den Analysten in einer Phase fallender Kurse.

Die Skepsis am Markt zeigt sich derweil auch bei institutionellen Investoren: Der Vermögensverwalter AlTi Global reduzierte seine ASML-Position im zweiten Quartal um 76,3 Prozent, wie aus einer Pflichtmitteilung an die US-Börsenaufsicht hervorgeht. Solche Portfolioverschiebungen einzelner Häuser sind jedoch kein Beleg für eine breitere Trendwende in der Anlegerstimmung, zumal andere Marktteilnehmer im gleichen Zeitraum aufgestockt haben dürften.

Rückkaufprogramm als Vertrauenssignal

Aktienrückkäufe gelten am Markt traditionell als Signal, dass ein Unternehmen seine eigenen Aktien für unterbewertet hält. Dass ASML das Programm auch in der aktuellen Schwächephase unverändert fortführt, passt zum Bild, das die Analysten zeichnen: Die operative Story bleibt intakt, auch wenn der Kurs seit dem Sommerhoch spürbar korrigiert hat.

Untermauert wird die fundamentale Stärke durch technologische Fortschritte. Bereits im Sommer hatte Intel Foundry angekündigt, mit der Serienfertigung ausgewählter „Panther Lake“-Prozessoren der Core-Ultra-Serie 3 auf Basis der 18A-Technologie zu beginnen – unter Einsatz von ASMLs High-NA-EUV-Systemen. Das unterstreicht, dass die neueste Chip-Belichtungstechnologie von ASML bereits in der industriellen Massenfertigung angekommen ist, ein wichtiger Meilenstein für die Technologieführerschaft des Unternehmens.

Mit Blick auf die Bewertung bleibt ASML trotz der jüngsten Verluste ein Schwergewicht: Die Marktkapitalisierung liegt bei 557,64 Milliarden Euro, und auf Jahressicht steht die Aktie noch immer mit 55 Prozent im Plus.

Für Anleger dürfte damit die entscheidende Frage sein, ob der aktuelle Rücksetzer eine Verschnaufpause nach einer außergewöhnlichen Rally darstellt oder der Beginn einer tieferen Korrektur. Die geschlossene Front der Analysten und das fortgesetzte Rückkaufprogramm sprechen bislang für Ersteres.

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