ASML: Guidance auf 43–45 Milliarden angehoben
ASML erhöht die Umsatzprognose für 2026 auf bis zu 45 Milliarden Euro. Treiber ist die starke KI-Chip-Nachfrage, Analysten bleiben überwiegend positiv.

- Umsatzziel auf 45 Milliarden Euro angehoben
- Starke KI-Nachfrage als Wachstumstreiber
- Zwischendividende und Aktienrückkäufe abgeschlossen
- Gemischte Analystenurteile zur Aktienbewertung
ASML Holding hat seine Jahresprognose für 2026 deutlich angehoben. Der niederländische Lithografie-Spezialist rechnet nun mit einem Umsatz zwischen 43 und 45 Milliarden Euro – zuvor hatte das Unternehmen eine Spanne von 36 bis 40 Milliarden Euro in Aussicht gestellt. Auch die Bruttomarge soll mit 54 bis 56 Prozent höher ausfallen als bislang geplant. Als Treiber nennt ASML die anhaltend starke Nachfrage nach Logic- und Memory-Chips für Anwendungen im Bereich künstliche Intelligenz.
Die neue Guidance folgt auf ein bereits starkes zweites Quartal. Mitte Juli meldete ASML einen Nettoumsatz von 9,3 Milliarden Euro und einen Nettogewinn von 2,9 Milliarden Euro – beide Werte übertrafen die eigene vorherige Prognose. Als Grund nannte das Unternehmen einen stärker als erwarteten Beitrag aus dem Geschäft mit der Wartung und Aufrüstung bereits installierter Maschinen, dem sogenannten Installed-Base-Management.
Dividende, Rückkauf und Aktionärsrendite
Anfang August schloss ASML die Auszahlung der Zwischendividende für das Geschäftsjahr 2026 ab. Je Stammaktie flossen 1,88 Euro, was bei einem offiziellen Umrechnungskurs von 1,1371 US-Dollar pro Euro einer Ausschüttung von umgerechnet rund 2,138 US-Dollar je New Yorker Registeraktie entsprach. Parallel läuft das laufende Aktienrückkaufprogramm: Zwischen dem 27. und 31. Juli erwarb ASML 273.335 eigene Aktien zu einem gewichteten Durchschnittspreis von rund 1.432,28 Euro pro Stück.
Diese Kombination aus Dividende und Rückkäufen unterstreicht, wie viel freien Mittelzufluss das Unternehmen derzeit generiert – ein Aspekt, der angesichts der ambitionierten Wachstumspläne für Investoren an Gewicht gewinnt.
Analysten bleiben mehrheitlich optimistisch
Die jüngsten Analystenreaktionen fielen überwiegend positiv aus. Bernstein kürte ASML am 3. August zur „Top Investment Idea“ für das dritte Quartal 2026, bestätigte die Einstufung „Outperform“ und nannte ein Kursziel von 2.500 Euro. Begründet wurde dies mit der wachsenden Bedeutung der Lithografie-Intensität für den Ausbau der KI-Infrastruktur. Einen Tag später, am 4. August, nahm Goldman-Sachs-Analyst Alex Duval ASML in die „European Conviction List“ auf. Er begründete den Schritt mit Gewinnschätzungen je Aktie für die Jahre 2027 bis 2029, die 5 bis 18 Prozent über dem Marktkonsens liegen – gestützt auf einen starken Auftragseingang in den Segmenten Logic und DRAM.
Nicht alle Marktteilnehmer teilen diesen Optimismus. Ebenfalls am 3. August vergaben Analysten von Seeking Alpha eine Verkaufsempfehlung und argumentierten, die aktuelle Bewertung preise bereits einen „fehlerfreien“ KI-Superzyklus ein und lasse keinen Spielraum für Enttäuschungen bei den Investitionsausgaben der Kunden. Ergänzend attestierte ein automatisiertes Bewertungsmodell dem Papier am 9. August auf Basis eines Discounted-Cashflow-Verfahrens einen fairen Wert von 920 Euro und damit eine erhebliche Überbewertung gegenüber dem aktuellen Kursniveau – ein Signal, das angesichts der methodischen Grenzen solcher Modelle jedoch mit Vorsicht zu lesen ist.
Politisches Risiko aus Washington
Neben der operativen Stärke bleibt ein regulatorisches Risiko bestehen. Der US-Kongress diskutiert weiterhin über den sogenannten MATCH Act, der die Exportbeschränkungen ausweiten und künftig auch ältere DUV-Immersionssysteme sowie – entscheidend – die Wartung bereits in China installierter Anlagen erfassen soll. Sollte das Gesetz in dieser Form verabschiedet werden, würde es ASMLs Servicegeschäft in China direkt treffen, das bislang als stabile Einnahmequelle gilt.
Ein Lichtblick auf der Wachstumsseite bleibt indes das im Mai vereinbarte strategische Partnerschaftsprojekt mit Tata Electronics zum Aufbau eines Halbleiter-Fertigungsökosystems in Indien – ein Beleg dafür, dass ASML seine geografische Abhängigkeit von einzelnen Märkten zu diversifizieren versucht.
Kursreaktion und Ausblick
Am Markt kam die angehobene Prognose gut an: Am Freitag schloss die Aktie bei 1.508,20 Euro, ein Plus von 1,45 Prozent auf Tagesbasis und von 5,94 Prozent auf Wochensicht. Seit Jahresbeginn steht damit ein Kursgewinn von 63,67 Prozent zu Buche. Vom 52-Wochen-Hoch bei 1.748,00 Euro, erreicht Ende Juni, ist das Papier derzeit noch 13,72 Prozent entfernt – ein Hinweis darauf, dass trotz der starken Rallye noch nicht alle positiven Nachrichten im Kurs verarbeitet sind.
Am 25. August präsentiert das Management auf der Jefferies Semiconductor IT Hardware & Communications Technology Conference in Chicago – ein Termin, der weitere Einblicke in die Nachfragedynamik und mögliche regulatorische Entwicklungen liefern dürfte.
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