ASML: High-NA-EUV startet Serienfertigung bei Intel

ASML übertrifft Quartalsziele und hebt Jahresprognose erneut an. Intel startet Serienfertigung mit High-NA-EUV, was die Technologie industriell bestätigt.

Die Kernpunkte:
  • Quartalsumsatz und Gewinn übertreffen Erwartungen
  • Jahresprognose auf bis zu 45 Milliarden Euro angehoben
  • Intel fertigt erste Chips mit High-NA-EUV
  • Aktienrückkauf und Zwischendividende beschlossen

ASML hat im zweiten Quartal 2026 die eigenen Ziele klar übertroffen. Der Chipausrüster hebt seine Umsatzprognose für das Gesamtjahr bereits zum zweiten Mal an. Treiber sind eine anziehende Kundennachfrage im Zuge der KI-Infrastruktur-Investitionen und ein wichtiger technischer Meilenstein bei der High-NA-EUV-Lithografie.

Die Aktie notiert aktuell bei 1.547,40 Euro, ein Plus von 1,27 Prozent zum Vortag. Auf Jahressicht steht ein Kursgewinn von 151 Prozent zu Buche — ASML zählt damit zu den stärksten Werten im europäischen Technologiesektor.

Quartalszahlen übertreffen die eigene Zielspanne

Im zweiten Quartal erzielte ASML einen Nettoumsatz von 9,3 Milliarden Euro und einen Nettogewinn von 2,9 Milliarden Euro. Die Bruttomarge lag bei 54,0 Prozent. Beide Werte lagen über den zuvor ausgegebenen Zielen des Unternehmens.

Für das Gesamtjahr 2026 rechnet ASML nun mit einem Nettoumsatz zwischen 43 und 45 Milliarden Euro. Die vorherige Prognose lag noch bei 36 bis 40 Milliarden Euro. Auch bei der Marge schraubt der Konzern nach oben: 54 bis 56 Prozent statt bisher 51 bis 53 Prozent.

Für das dritte Quartal peilt ASML einen Umsatz zwischen 11,0 und 12,0 Milliarden Euro an, bei einer Bruttomarge von 55 bis 57 Prozent. Das wäre ein weiterer Sprung gegenüber dem bereits starken zweiten Quartal.

Intel macht High-NA-EUV zur Praxisreife

Der eigentliche Clou der Meldung liegt in der Technologie. Intel Foundry hat die Serienfertigung bestimmter Intel-Core-Ultra-Series-3-Prozessoren (Panther Lake) auf dem 18A-Node gestartet — und zwar mit ASMLs High-NA-EUV-Lithografie. Intel Foundry ist damit weltweit der erste Hersteller, der Logikchips in großem Volumen mit dieser Technologie fertigt.

Diese Zusammenarbeit erlaubt es, Systemaufbau und Fertigungsprozesse in der Praxis zu verfeinern. Für ASML ist das ein wichtiger Beleg: Die neue Maschinengeneration funktioniert nicht nur im Labor, sondern im industriellen Maßstab.

Um die wachsende Nachfrage zu bedienen, baut ASML seine Kapazitäten aus. Bei Low-NA-EUV- und DUV-Immersionssystemen soll die Produktion 2027 um rund 30 Prozent gegenüber 2026 steigen. Für 2028 prüft der Konzern einen weiteren Kapazitätssprung um denselben Umfang.

Aktienrückkauf und höhere Dividende

Neben dem operativen Rekord hält ASML an der Kapitalrückgabe fest. Im zweiten Quartal kaufte der Konzern eigene Aktien im Wert von rund 1,1 Milliarden Euro zurück — ein Teil des laufenden Rückkaufprogramms für die Jahre 2026 bis 2028.

Hinzu kommt eine Zwischendividende von 1,88 Euro je Aktie. Die Aktie notiert ab dem 27. Juli 2026 ohne Dividendenanspruch, die Auszahlung erfolgt am 5. August 2026.

Mit der zweiten Prognoseerhöhung binnen eines Jahres signalisiert ASML, dass der KI-getriebene Investitionszyklus in der Chipindustrie noch an Fahrt gewinnt. Der nächste Test folgt mit den Zahlen zum dritten Quartal, wenn sich zeigt, ob die avisierte Marge von bis zu 57 Prozent tatsächlich erreicht wird.

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