ASML Holding Aktie: Gewinn schlägt Erwartungen deutlich

ASML erzielt im dritten Quartal knapp fünf Milliarden Euro Nettogewinn und erhöht zum dritten Mal 2026 seine Umsatzprognose.

Die Kernpunkte:
  • Umsatz knapp unter Analystenkonsens
  • Nettogewinn deutlich über Erwartungen
  • Jahresumsatzprognose auf 44 bis 45 Milliarden Euro angehoben
  • Kapazitätserweiterung für 2028 wird geprüft

Beim Umsatz blieb ASML im dritten Quartal minimal unter dem Konsens, beim Gewinn lag der Chipausrüster dagegen weit darüber. Der Nettogewinn erreichte knapp fünf Milliarden Euro, Analysten hatten mit gut vier Milliarden gerechnet. Die Aktie legte am Mittwoch zunächst deutlich zu, gab einen Teil der Gewinne später aber wieder ab.

Marge und Prognose

Der Umsatz stieg auf 11,66 Milliarden Euro, nach 7,5 Milliarden im Vorjahresquartal. Die Bruttomarge kletterte auf 57,5 Prozent, die operative Marge auf 44,4 Prozent. Der Gewinn je Aktie lag bei 12,93 Euro, nach 5,48 Euro vor einem Jahr. Starke Nachfrage nach Upgrades der installierten Basis stützte das Ergebnis.

Zum dritten Mal in diesem Jahr hebt ASML die Prognose an. Für 2026 peilt der Konzern nun 44 bis 45 Milliarden Euro Umsatz und eine Bruttomarge von rund 56 Prozent an.

Zuvor lag die Spanne bei 43 bis 45 Milliarden, die Marge bei 54 bis 56 Prozent. Im vierten Quartal sollen 14,2 bis 15,2 Milliarden Euro Umsatz anfallen. Eine Zwischendividende von 1,88 Euro je Aktie wird am 4. November gezahlt.

Nachfrage übersteigt das Angebot

Die eigentliche Nachricht steckt im Ausblick. Konzernchef Christophe Fouquet sagte, einige Kunden wollten bereits Bestellungen für 2029 und sogar 2030 platzieren. Das für 2027 und 2028 geplante Angebot werde die Nachfrage nicht vollständig decken. ASML prüft deshalb, die Kapazität für 2028 über die bereits kommunizierte Steigerung von 30 Prozent hinaus zu erhöhen.

Das kommt zu einem heiklen Zeitpunkt. Zuletzt hatten Zweifel an der Dauer des KI-Booms die Chipwerte belastet. Investoren fragten zudem, ob ASML die Aufträge überhaupt abarbeiten kann. Das Unternehmen verkürzt dafür die Durchlaufzeit in der Fertigung und baut einen zweiten Industriestandort in den Niederlanden, dessen erste Phase 2029 fertig sein soll.

Analysten uneins

Das Analystenbild fällt gemischt aus. JPMorgan bleibt bei „Overweight“ und einem Kursziel von 2.100 Euro. Die Bank lobte Quartalszahlen, Marge und den Ausblick auf das Schlussquartal. Jefferies bleibt bei „Hold“ und 1.650 Euro.

Analyst Janardan Menon sah das Quartal weitgehend im Rahmen der Erwartungen und den Kapazitätsausbau als bereits eingepreist. Barclays verwies darauf, dass ASML die Preisverhandlungen mit Kunden abgeschlossen habe, wovon die Ergebnisse ab 2027 profitieren dürften.

Am Vormittag gewann die Aktie in Amsterdam bis zu gut drei Prozent. Seit Jahresbeginn steht sie bei rund 69 Prozent im Plus, der Börsenwert liegt bei etwa 600 Milliarden Euro. Seit Juni bewegt sich der Kurs in einer Spanne zwischen gut 1.300 und rund 1.700 Euro. Ein Ausbruch daraus hängt nun davon ab, ob ASML den Kapazitätsausbau für 2028 konkretisiert.

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