ASML Holding Aktie: Nachfrage übersteigt Kapazität
ASML steigert den Quartalsgewinn deutlich und erhöht die Umsatzspanne fürs Gesamtjahr; die Nachfrage übertrifft die verfügbare Fertigungskapazität.

- Nettogewinn steigt auf 4,96 Milliarden Euro
- Jahresumsatz nun mit 44 bis 45 Milliarden Euro veranschlagt
- Nachfrage übersteigt Kapazität 2027 und 2028
- Quartalsweise Netto-Auftragseingänge werden nicht mehr ausgewiesen
Starke Zahlen, nachgebende Aktie: ASML liefert für das dritte Quartal einen Gewinnsprung und hebt die Jahresprognose an. Dennoch rutschte das Papier vorbörslich um 2,5 bis 3,0 Prozent ab. Der Grund liegt weniger im Geschäft als in der Erwartungshaltung.
Gewinn verdoppelt, Umsatz knapp unter Plan
Der Nettogewinn stieg auf 4,96 Milliarden Euro und hat sich damit mehr als verdoppelt. Analysten hatten mit 4,1 Milliarden Euro gerechnet. Der Umsatz legte um 55 Prozent auf 11,66 Milliarden Euro zu, verfehlte die Markterwartung von 11,72 Milliarden Euro aber minimal.
Für das Gesamtjahr peilt der Konzern nun Erlöse zwischen 44 und 45 Milliarden Euro an. Zuvor lag die Untergrenze bei 43 Milliarden Euro. Es ist die dritte Anhebung in Folge. Fürs Schlussquartal stellt das Management 14,2 bis 15,2 Milliarden Euro Umsatz in Aussicht, bei einer Bruttomarge von rund 57 Prozent. Das liegt über dem, was Analysten im Schnitt auf dem Zettel hatten.
Die Aktie hat seit Jahresbeginn rund 60 Prozent zugelegt. Marktbeobachter dürften die vergleichsweise moderate Prognoseanhebung als Grund für die Gewinnmitnahmen sehen.
Kunden planen bis 2030
Der eigentliche Hebel liegt in der Zukunft. Konzernchef Christophe Fouquet erklärte, ASML könne die Nachfrage 2027 und 2028 trotz Ausbau nicht vollständig bedienen. Bereits im Juli hatte das Unternehmen angekündigt, die Produktionskapazität für fortschrittliche EUV-Maschinen 2027 um 30 Prozent zu steigern. Nun prüft es, ob 2028 noch mehr drin ist.
Erste Chiphersteller fragen laut Unternehmen bereits Liefertermine für 2029 und 2030 an. Zu den wichtigsten Kunden zählen TSMC, Samsung und Intel. Knappe Kapazitäten und die technologische Führungsposition könnten ASML zudem Spielraum bei den Preisen verschaffen.
Weniger Transparenz bei Aufträgen
Eine Änderung dürfte Analysten weniger gefallen: ASML weist keine konkreten quartalsweisen Netto-Auftragseingänge mehr aus. Stattdessen verweist der Konzern auf eine zunehmende Dynamik im Auftragsbestand. Die Entwicklung der Neubestellungen lässt sich dadurch schwerer nachvollziehen.
Operativ bleibt der Wachstumstrend intakt. Die zentrale Aufgabe ist der schnelle Ausbau der Fertigung. Dass das Schlussquartal mit bis zu 15,2 Milliarden Euro Umsatz deutlich stärker ausfallen soll, setzt die Messlatte für die nächste Zahlenrunde hoch.
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