ASML Holding Aktie: Warnruf aus der KI-Branche belastet

ASML verliert 4,3 Prozent nach KI-Warnungen, während Cantor Fitzgerald an 2.500 Euro Kursziel festhält und das Auftragsbuch stützt.

Die Kernpunkte:
  • ASML-Kurs sinkt um 4,3 Prozent
  • Morgan Stanley reduziert Kursziel auf 1.700 Euro
  • Cantor Fitzgerald bestätigt 2.500 Euro
  • EUV-Kapazitäten 2027 nahezu ausverkauft

Ausgerechnet Aussagen aus der eigenen Zukunftsbranche schicken ASML auf Talfahrt. Die Chefs von OpenAI und Anthropic hatten zu einem Tempodrosseln bei der Entwicklung fortschrittlicher KI-Modelle aufgerufen — und lösten damit einen breiten Ausverkauf bei Halbleiterwerten aus. ASML traf es als bekanntester Name der Branche besonders hart.

Die Aktie fiel im Tagesverlauf um 4,3 Prozent auf 1.415,60 Euro. Belastend wirkte zusätzlich eine bereits in der Vorwoche erfolgte Kurszielsenkung von Morgan Stanley, das die Einschätzung von 1.930 auf 1.700 Euro zurücknahm — die Einstufung „Overweight“ blieb dabei aber bestehen. Konkrete Unternehmensnachrichten gab es an diesem Tag keine, die nächsten Quartalszahlen stehen erst am 14. Oktober an.

Analysten bleiben trotz Rücksetzer optimistisch

Während die Stimmung kurzfristig kippte, zeichnet ein anderes Analysehaus ein deutlich zuversichtlicheres Bild. Cantor Fitzgerald bekräftigte seine Einstufung „Overweight“ mit einem Kursziel von 2.500 Euro und führt ASML weiterhin als „Top Pick“. Das würde vom aktuellen Niveau aus einem Kurspotenzial von rund 70 Prozent entsprechen.

Die Bank begründet ihren Optimismus mit der erwarteten Beschleunigung der Lithografie-Nachfrage ab der zweiten Jahreshälfte 2027, getrieben durch Investitionen der Speicherchip-Hersteller in neue DRAM-Architekturen.

Ein Markteintritt von 3D-DRAM werde dagegen frühestens in einem Jahrzehnt erwartet. Cantor Fitzgerald hob zudem seine Gewinnschätzungen an und rechnet nun mit einem Gewinnwachstum je Aktie von 13 bis 20 Prozent oberhalb des Marktkonsenses für die Jahre 2026 bis 2029.

Trotz der positiven Einschätzung räumt die Bank ein, dass ASML gegenüber anderen Halbleiterausrüstern in den vergangenen ein, drei und fünf Jahren schwächer abgeschnitten hat. Der einstige Bewertungsaufschlag gegenüber der Konkurrenz ist verschwunden. Dennoch legte die Aktie im vergangenen Jahr um 110 Prozent zu und notiert aktuell mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von rund 50.

Auftragsbuch bleibt die eigentliche Stütze

Losgelöst von der Tagesbewegung bleibt das operative Bild robust. Berichten zufolge sind die EUV-Anlagen für die niedrige numerische Apertur für 2027 nahezu ausverkauft, die Kapazität soll in den Jahren 2027 und 2028 jeweils um 30 Prozent steigen. Fitch bestätigte zudem das Rating von ASML mit „A+“ und stabilem Ausblick und verwies auf die dominante Marktstellung des Unternehmens bei Lithografie-Systemen.

Der Kursrückgang wirkt damit eher wie eine Reaktion auf branchenweite Stimmungsschwankungen als auf ein strukturelles Problem im Geschäft. Die Aktie notiert weiterhin deutlich über ihrem Jahrestief von 695,20 Euro. Die Zahlen am 14. Oktober dürften zeigen, ob das robuste Auftragsbuch die aktuelle Verunsicherung an den Märkten wieder auflöst.

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