ASML: Intel hebt Investitionsprognose 2026 auf 20 Milliarden
Trotz schwachem Tech-Sektor hält ASML-Kurs. Intels höhere Investitionen und institutionelle Käufe stützen den Lithografie-Primus.

- Intel erhöht Investitionsprognose deutlich
- Institutionelle Anleger stocken ASML-Anteile auf
- Monopolstellung im High-End-Lithografie-Segment
- Kurs seit Jahresbeginn um 72 Prozent gestiegen
Während der breite Technologiesektor am Donnerstag heftig einbrach, blieb ASML auffallend ruhig. Der Kurs notiert bei 1.584,80 Euro, ein Plus von 0,11 Prozent zum Vortag. Für mich ist genau diese Gelassenheit die eigentliche Geschichte dieser Woche.
Intels Ausgabenoffensive als Sicherheitsnetz
Am 23. Juli meldete Intel einen Umsatzsprung von 25,4 Prozent im zweiten Quartal. Wichtiger für ASML: Intel hebt die Investitionsprognose für 2026 von 18 auf 20 Milliarden Dollar an. Das ist kein Randdetail. Das ist ein direktes Umsatzsignal für den niederländischen Lithografie-Spezialisten.
Intel treibt seine 18A-P- und 14A-Prozesse voran. Tesla hat sich gerade als Foundry-Kunde für die 14A-Fertigung gesichert. Für ASML bedeutet das: Die Nachfrage nach den teuersten und komplexesten Belichtungsanlagen der Welt bleibt bestehen, ganz gleich wie nervös Softwarekonzerne gerade wirken. Meiner Einschätzung nach zeigt genau dieser Kontrast, wie unterschiedlich die aktuelle KI-Angst wirkt: Sie trifft Bewertungen an der Börse, nicht die physische Infrastruktur dahinter.
Makro-Sturm, aber ein Monopol bleibt ein Monopol
Das Marktumfeld ist zweifellos rau. Der Nasdaq fiel am Donnerstag um 2,15 Prozent. Brent-Rohöl kletterte über 100 Dollar je Barrel, während sich die Lage im Nahen Osten weiter zuspitzt. Die Wahrscheinlichkeit einer Fed-Zinserhöhung im September ist inzwischen auf 82 Prozent gestiegen. Für hochbewertete Technologiewerte ist das Gift.
ASML sitzt in dieser Gemengelage anders als die meisten. Das Unternehmen aus Veldhoven agiert im High-End-Lithografie-Segment praktisch ohne echte Konkurrenz. Selbst als der Philadelphia Semiconductor Index um 0,54 Prozent nachgab, kauften institutionelle Investoren zu. Arrowstreet Capital stockte seine Position um 6,3 Prozent auf, das Paket ist inzwischen über 2 Milliarden Dollar wert. Das ist für mich ein stärkeres Signal als jede Kursbewegung an einem einzelnen Handelstag.
Konsolidierung statt Trendwende
Der jüngste Rücksetzer vom Juni-Hoch wirkt auf mich wie eine gesunde Verschnaufpause, keine Trendwende. Seit Jahresbeginn steht bei ASML ein Kursplus von 71,98 Prozent zu Buche. Eine Größenordnung, die sich kaum mit einer strukturellen Schwäche vereinbaren lässt. Kurzfristige Nervosität rund um KI-Bewertungen hin oder her: Die langfristige Richtung bleibt für mich intakt.
Ausblick für die zweite Jahreshälfte
Unterm Strich überwiegen für mich die Argumente für eine Fortsetzung der Erholung. Voraussetzung ist, dass der Investitionszyklus bei Intel, TSMC und Samsung anhält. Die „AI-Spending-Jitters“, die den Nasdaq zuletzt erschütterten, richten sich gegen die Rendite von Softwareinvestitionen. Sie richten sich nicht gegen die Nachfrage nach der Hardware dahinter.
Solange Chiphersteller ihr technologisches Wettrüsten bei Sub-2-Nanometer-Knoten fortsetzen, bleibt ASMLs Auftragsbuch der verlässlichste Gradmesser der Branche. Die entscheidende Unterstützungszone liegt bei 1.529,30 Euro, dem 50-Tage-Durchschnitt. Hält dieses Niveau, spricht die Kombination aus steigenden Branchen-Investitionen und institutionellem Zukauf für eine bullische Fortsetzung — auch während der Markt die aktuellen Makro-Belastungen noch verdaut.
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