ASML: Intel startet High-NA-Serienfertigung

Intels Serienstart mit ASML-High-NA-EUV belegt operative Stärke. Der Lithografie-Spezialist profitiert von angehobener Prognose und starkem Aktienplus.

Die Kernpunkte:
  • Intel startet Serienproduktion mit High-NA-EUV
  • ASML hebt Jahresprognose deutlich an
  • Aktienkurs seit Jahresbeginn um 76 Prozent gestiegen
  • Goldman Sachs setzt ASML auf Conviction-Liste

ASML kann einen technologischen Meilenstein vermelden: Intel Foundry hat mit der Serienfertigung ausgewählter Prozessoren der Reihe Core Ultra Series 3 („Panther Lake“) begonnen – und setzt dabei erstmals im großen Maßstab auf die High-NA-EUV-Systeme des niederländischen Ausrüsters.

Bestimmte Fertigungsschritte der Intel-18A-Technologie sind laut Unternehmensangaben nun doppelt qualifiziert, im Werk in Oregon liefert die neue Anlage Ausbeuten auf dem Niveau der etablierten NXE-Plattform. Für ASML ist das mehr als eine technische Randnotiz: Es ist der Beweis, dass die milliardenschwere Wette auf die nächste Lithografie-Generation nun operativ trägt.

Die Aktie honoriert die Nachrichtenlage der vergangenen Wochen deutlich. Seit Jahresbeginn steht ein Plus von 76 Prozent zu Buche, auf Zwölfmonatssicht hat sich der Kurs mehr als zweieinhalbfach verteuert. Aktuell notiert das Papier bei 1.619,40 Euro, nach einem Tagesgewinn von 1,8 Prozent gegenüber dem Freitagsschluss.

Guidance-Anhebung als Fundament der Rally

Der eigentliche Auslöser der Kursbewegung liegt bereits einen Monat zurück: Mitte Juli hob ASML die Jahresprognose 2026 auf 43 bis 45 Milliarden Euro Nettoumsatz an, nachdem das zweite Quartal mit 9,3 Milliarden Euro Umsatz und einer Bruttomarge von 54 Prozent die eigene Zielspanne bereits übertroffen hatte.

Für das dritte Quartal stellte das Unternehmen einen Umsatz zwischen 11 und 12 Milliarden Euro sowie eine Bruttomarge von 55 bis 57 Prozent in Aussicht.

Dass die High-NA-Systeme nun bei Intel in den Produktionsalltag übergehen, untermauert diese Zahlen mit einem greifbaren Kundenerfolg. ASML will 2026 rund 65 Low-NA-EUV-Systeme ausliefern, was einem Anstieg der EUV-Systemumsätze von über 45 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspräche.

Parallel plant der Konzern, die Kapazität für Low-NA-EUV-Anlagen um etwa 30 Prozent zu erhöhen und die Fertigung von DUV-Immersionssystemen für 2027 auf rund 130 Einheiten auszubauen. Eine weitere Kapazitätsausweitung um 30 Prozent für 2028 wird derzeit geprüft.

Kapitalrückgaben und Analystenzuversicht

Auch bei der Kapitalallokation zeigt sich ASML großzügig: Im zweiten Quartal kaufte der Konzern Aktien im Wert von rund 1,1 Milliarden Euro im Rahmen des laufenden Rückkaufprogramms 2026–2028 zurück und zahlte eine Zwischendividende von 1,88 Euro je Aktie aus, fällig Anfang August.

Die Investmentbank Goldman Sachs nahm ASML Ende Juli in ihre europäische Conviction-Liste auf – ein Signal für besonders hohe Überzeugung der Analysten hinter der Kaufempfehlung. Kurz zuvor hatte auch Bernstein die Aktie zum Kauf empfohlen.

Beide Einstufungen fielen in eine Phase, in der die operativen Daten und der High-NA-Fortschritt bei Intel zusammenkamen – ein seltener Gleichklang aus Zahlen, Technologie und Analystenstimmung, der die Bewertung des Lithografie-Monopolisten weiter stützt.

Mit einem Abstand von 3,9 Prozent zum 50-Tage-Durchschnitt bewegt sich die Aktie weiterhin in einem intakten Aufwärtstrend, auch wenn zum bisherigen Jahreshoch noch eine Lücke von 7,4 Prozent bleibt. Der nächste größere Termin für Investoren liegt allerdings weit voraus: Erst im Juni 2027 will ASML auf einem Kapitalmarkttag seine langfristigen Ziele aktualisieren.

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