ASML: JPMorgan hebt Kursziel auf 2.400 Dollar
ASML-Papier fällt 1,32 Prozent auf 1.460,80 Euro, bleibt aber mit 58,52 Prozent im Jahresplus. Analysten sehen Kurspotenzial, während geopolitische Risiken bestehen.

- Kursverlust von 1,32 Prozent
- Dividendenzahlung von 2,15 Dollar
- Analystenkonsens: Moderate Buy
- Fouquet warnt vor Chip-Knappheit
ASML musste am Mittwoch einen Rückschlag hinnehmen. Der Kurs der Aktie verlor 1,32 Prozent und schloss bei 1.460,80 Euro. Damit bleibt das Papier des niederländischen Lithografie-Spezialisten deutlich unter seinem Rekordhoch von 1.748,00 Euro, das es am 30. Juni markiert hatte – der Abstand beträgt inzwischen 16,43 Prozent. Auf Jahressicht steht dennoch ein Plus von 58,52 Prozent zu Buche, ein Beleg dafür, wie stark die Aktie 2026 bislang gelaufen ist.
Der Rückgang fiel in eine Woche, in der ASML zugleich seine jüngste Dividende auszahlte. Am Mittwoch floss den Aktionären eine Ausschüttung von 2,1507 US-Dollar pro Aktie zu, nachdem das Papier am 28. Juli ex Dividende gehandelt worden war. Auf Jahresbasis entspricht das einer Ausschüttung von 8,60 Dollar. Die Zahlung folgte auf ein starkes zweites Quartal: ASML meldete Ende Juni einen Gewinn pro Aktie von 8,65 Dollar bei einem Umsatz von 10,64 Milliarden Dollar.
Analysten bleiben mehrheitlich optimistisch
Die Reaktion der Analysten auf die Zahlen fiel überwiegend positiv aus. DZ Bank stufte ASML im Juli auf „Strong Buy“ hoch, während JPMorgan sein Kursziel auf 2.400 Dollar anhob. Weitere Häuser wie Citigroup, Susquehanna und Berenberg bekräftigten in den vergangenen Wochen ihre Kaufempfehlungen. In der Summe ergibt sich ein Analystenkonsens von „Moderate Buy“ mit einem durchschnittlichen Kursziel von 1.970,33 Dollar – deutlich über dem aktuellen Kursniveau an der Nasdaq. Der jüngste Kursrücksetzer dürfte demnach weniger fundamentale Zweifel widerspiegeln als vielmehr eine Verschnaufpause nach der starken Rally der vergangenen Monate. Das bei 1.540,63 Euro liegende 50-Tage-Mittel notiert derzeit 5,18 Prozent über dem aktuellen Kurs, ein Hinweis darauf, dass sich die kurzfristige Dynamik zuletzt abgekühlt hat.
Fouquet warnt vor Angebotsknappheit
Für Aufmerksamkeit sorgte zudem eine Warnung von ASML-Chef Christophe Fouquet. Er wies darauf hin, dass die Nachfrage nach Chips das verfügbare Angebot inzwischen übersteige und Lieferketten unter Druck geraten könnten. ASML gilt als wertvollstes Unternehmen Europas und produziert die fortschrittlichsten Maschinen für die Chipfertigung. Eine anhaltende Knappheit würde die ohnehin schon hohe Auslastung der Kunden weiter verschärfen und könnte die Preissetzungsmacht der gesamten Halbleiterindustrie beeinflussen.
Geopolitischer Druck aus den USA und China
Zugleich steht ASML im Zentrum politischer Spannungen. Der US-Handelsminister erhob die Behauptung, eine EUV-Maschine des Unternehmens könnte in China betrieben werden – ein Vorwurf, den Fouquet zurückwies. Im Raum steht zudem eine mögliche Verschärfung der Exportregeln, die auch Lieferungen von DUV-Systemen nach China betreffen könnte. Parallel dazu meldete China Fortschritte bei der eigenen Chipfertigungstechnik: Ein chinesisches Unternehmen hat erstmals im eigenen Land Immersions-DUV-Lithografiegeräte produziert und will in diesem Jahr fünf, im kommenden Jahr zwanzig Einheiten an Abnehmer wie SMIC, Hua Hong und CXMT liefern. Analysten schätzen die technologische Lücke zu ASML jedoch weiterhin auf rund 18 Jahre, die Entwicklung eigener EUV-Technik wird erst für das Jahr 2030 erwartet.
Für Anleger bleibt ASML damit ein Unternehmen mit zwei Gesichtern: Auf der einen Seite stehen starke Quartalszahlen, steigende Kursziele und eine verlässliche Dividendenpolitik. Auf der anderen Seite wachsen die geopolitischen Risiken durch schärfere US-Exportkontrollen und den technologischen Aufholprozess Chinas. Die Kombination aus hoher Bewertung – die annualisierte Volatilität liegt bei knapp 54 Prozent – und politischer Unsicherheit macht die Aktie kurzfristig anfällig für Nachrichtenschwankungen, auch wenn die mittelfristige Wachstumsstory durch den ungebrochenen Bedarf an Chipfertigungstechnik gestützt bleibt.
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