ASML: Lutnick befragt Manager zu China-Vorwürfen

US-Ermittlungen zu Exportverstößen überschatten ASML-Quartalszahlen, während Rekordnachfrage von TSMC für Gegengewicht sorgt.

Die Kernpunkte:
  • US-Behörden prüfen Exportverstöße
  • TSMC meldet deutliches Umsatzplus
  • Aktie zeigt gemischte Charttechnik
  • Quartalsbericht am Mittwoch erwartet

Zwei Nachrichten prallen bei ASML gerade aufeinander. Die eine handelt von mutmaßlichen Exportverstößen nach China, die andere von einer Rekordnachfrage nach Chip-Technologie. Am Mittwoch legt der niederländische Lithografie-Konzern seine Quartalszahlen vor — mitten in dieser Gemengelage.

US-Behörden erhöhen den Druck

Berichten von Bloomberg zufolge hat US-Handelsminister Howard Lutnick führende ASML-Manager direkt zu einem Verdacht befragt. Es geht um die Frage, ob ein EUV-Lithografiesystem entgegen internationaler Exportregeln nach China gelangt sein könnte. Im Fokus stehen spezielle Transportsysteme und Bauteile für die Maschinen, die seit 2019 unter das Wassenaar-Abkommen fallen und für China gesperrt sind.

ASML hat die Vorwürfe über einen Sprecher zurückgewiesen und als unzutreffend und rufschädigend bezeichnet. Die Aktie reagiert dennoch defensiv. Hinzu kommt der geplante MATCH Act, ein Gesetzesvorhaben im US-Kongress. Er könnte bestehende Exportbeschränkungen auf Wartung und Service älterer DUV-Immersionssysteme in chinesischen Fabriken ausweiten — ein Segment, das 2025 rund ein Drittel des Konzernumsatzes ausmachte.

TSMC liefert das Gegengewicht

Während die Politik Unsicherheit schafft, zeigt der wichtigste ASML-Kunde ungebremste Stärke. Taiwan Semiconductor Manufacturing meldete am 13. Juli einen Juni-Umsatz von 442,68 Milliarden Taiwan-Dollar. Das entspricht einem Plus von 67,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

TSMC ist der größte Abnehmer von ASMLs High-NA- und Low-NA-EUV-Systemen für moderne KI-Prozessoren. Für 2026 plant der Auftragsfertiger Investitionen zwischen 52 und 56 Milliarden Dollar, bis zu 80 Prozent davon für die modernsten Fertigungsknoten. Da typischerweise rund ein Viertel dieser Spitzen-Investitionen in Lithografie-Technik fließt, bleibt der Auftragsbestand für ASMLs Monopol-Technologie robust.

Charttechnik zeigt gemischtes Bild

Die Aktie schloss am Montag bei 1.519,80 Euro. Das bedeutet ein Plus von 53,78 Prozent seit Jahresbeginn, aber auch einen Abstand von 13,05 Prozent zum 52-Wochen-Hoch von 1.748,00 Euro vom 30. Juni. In den vergangenen 30 Tagen hat das Papier 7,05 Prozent verloren.

Trotzdem notiert die Aktie noch 2,38 Prozent über ihrem 50-Tage-Durchschnitt von 1.484,45 Euro. Der RSI von 47,1 signalisiert weder Überkauft- noch Überverkauft-Zustand. Die annualisierte Volatilität von 64 Prozent zeigt: Der Markt rechnet mit weiteren größeren Ausschlägen.

Was der Bericht am Mittwoch zeigen muss

Der Konsens erwartet einen Quartalsumsatz von rund 10,27 Milliarden Dollar und einen bereinigten Gewinn je Aktie von 7,94 Dollar. Drei Punkte dürften den Kurs danach besonders bewegen:

  • EUV-Bestellungen: Bestätigen die Nettobuchungen die Jahresumsatzprognose von 36 bis 40 Milliarden Euro?
  • High-NA-Fortschritt: Wie weit sind Auslieferung und Kundenabnahme der EXE:5200B-Systeme, die zwischen 380 und 400 Millionen Dollar pro Einheit kosten?
  • China-Anteil: Bestätigt das Management den erwarteten Rückgang des China-Umsatzes auf etwa 20 Prozent des Gesamtmixes in 2026?

Die Ermittlungen dürften kurzfristig für Nervosität sorgen, ändern aber nichts an der strukturellen Position von ASML. Als einziger Hersteller von EUV-Systemen bleibt der Konzern der Flaschenhals der globalen Chipproduktion. Die Quartalszahlen am Mittwoch werden zeigen, ob die Auftragslage diese Sonderstellung bestätigt.

Anzeige

Asml-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Asml-Analyse vom 14. Juli liefert die Antwort:

Die neusten Asml-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Asml-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 14. Juli erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Asml: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Diskussion zu Asml