ASML: MATCH Act bedroht China-Geschäft
Der MATCH Act zielt auf ältere DUV-Anlagen für China. ASML hält trotzdem an Prognose fest und zahlt Dividende.

- MATCH Act bedroht DUV-Exporte
- Chinesische Konkurrenz startet Kleinserie
- ASML hält Umsatzprognose für 2026
- Zwischendividende von 1,88 Euro
Ein neuer Gesetzentwurf in Washington bringt ASML kurzzeitig ins Wanken. Trotzdem notiert die Aktie des niederländischen Lithografie-Konzerns vorbörslich im Plus. Der Kurs steht bei 1.493,80 Euro, ein Anstieg von 0,71 Prozent gegenüber dem Dienstagsschluss.
Der MATCH Act zielt auf ältere Anlagen
Im US-Kongress formiert sich eine parteiübergreifende Initiative mit dem Namen „Multilateral Alignment of Technology Controls on Hardware“, kurz MATCH Act. Der Gesetzentwurf nimmt gezielt Chip-Fertigungsanlagen für China ins Visier. Im Fokus stehen sogenannte „Chokepoint“-Werkzeuge, also Schlüsseltechnologien, die China nicht selbst herstellen kann.
Bisherige Beschränkungen betrafen vor allem die hochmodernen EUV-Systeme für die Chipfertigung. Der neue Vorstoß geht weiter. Er will auch ältere DUV-Immersionsanlagen und die dazugehörigen Wartungsdienste stärker kontrollieren. Das würde ASML direkt treffen: Der Konzern rechnet für die Geschäftsjahre 2025 und 2026 damit, dass China rund 20 Prozent des Gesamtumsatzes ausmacht.
Chinesische Konkurrenz nimmt Fahrt auf
Die politische Diskussion trifft auf eine unbequeme Entwicklung vor Ort. Der chinesische Hersteller Shanghai Aishengna hat Berichten zufolge mit der Kleinserienfertigung eigener Immersions-DUV-Systeme begonnen. Geplant sind fünf Anlagen für 2026 und zwanzig weitere für 2027.
Große chinesische Chiphersteller wie SMIC, Hua Hong und CXMT testen die Maschinen bereits. Technologisch liegen die chinesischen Systeme noch deutlich zurück. Sie erreichen aktuell 28-Nanometer-Strukturen, während ASML im Immersions-Segment einen globalen Marktanteil von 98,7 Prozent hält. Das langfristige Ziel technologischer Unabhängigkeit bleibt für Marktbeobachter dennoch ein Thema.
Dividende und Ausblick bleiben stabil
Trotz der politischen Unsicherheit zeigen sich Analysten von Goldman Sachs und Bernstein zuversichtlich. Sie verweisen auf eine KI-Nachfrage, die das Angebot weiterhin übersteigt. ASMLs Produktionskapazität für die nächste Generation der High-NA-EUV-Maschinen ist bis Ende 2027 praktisch ausgebucht.
Am heutigen 5. August zahlt ASML eine Zwischendividende von 1,88 Euro je Aktie aus. Der Konzern hält an seiner angehobenen Umsatzprognose für 2026 fest: 43 bis 45 Milliarden Euro, bei einer Bruttomarge zwischen 54 und 56 Prozent.
Die Aktie notiert derzeit 14,54 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 1.748 Euro. Die technische Lage bleibt uneindeutig, der RSI liegt mit 48,9 im neutralen Bereich. Der geplante Übergang zu den 1,4-Nanometer-Chipstrukturen und der schnelle Hochlauf der 2-Nanometer-Fertigung für Mobilgeräte und Hochleistungsrechner liefern dem Unternehmen unabhängig von der China-Debatte eine solide Wachstumsbasis. Die nächste große strategische Standortbestimmung liefert ASML beim Kapitalmarkttag am 10. Juni 2027.
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