ASML: MATCH Act bedroht China-Geschäft

ASML profitiert von KI-Nachfrage, leidet aber unter Margendruck und drohenden US-Sanktionen gegen das China-Geschäft.

Die Kernpunkte:
  • KI-Boom treibt Nachfrage nach EUV-Systemen
  • Bruttomarge sinkt im zweiten Quartal
  • MATCH-Gesetz bedroht China-Umsatz
  • Aktienrückkaufprogramm wird fortgesetzt

Starke KI-Nachfrage trifft auf politische Gegenwinde. Bei ASML klaffen operative Stärke und geopolitische Risiken weit auseinander. Ein neues US-Gesetz bedroht das wichtige China-Geschäft.

Die Aktie reagiert heute positiv und legt um gut zwei Prozent auf 1.235,40 Euro zu. Seit Jahresbeginn steht ein Plus von 25 Prozent auf der Kurstafel. Damit notiert das Papier nur knapp unter dem Rekordhoch. Der jüngste Quartalsbericht offenbarte jedoch Schwächen.

Margendruck im zweiten Quartal

Das Management rechnet für das laufende Quartal mit einer sinkenden Bruttomarge. Sie soll auf 51 bis 52 Prozent fallen. Im Vorquartal lag dieser Wert noch bei 53 Prozent. Marktbeobachter reagieren sensibel auf diese Entwicklung.

Parallel dazu verschiebt sich der regionale Absatz. Südkorea macht nun fast die Hälfte des Geschäfts aus. Der Anteil Chinas schrumpfte im ersten Quartal auf 19 Prozent.

Das MATCH-Gesetz als Risiko

Ein neuer Gesetzentwurf aus Washington verschärft den Druck. US-Politiker planen den sogenannten MATCH Act. Dieses Gesetz soll China den Zugang zu älteren DUV-Lithografiesystemen komplett abschneiden.

Der Entwurf geht noch einen Schritt weiter. Er verbietet auch die Wartung bereits installierter Maschinen in China. Ohne Ersatzteile und Software-Updates werden diese Anlagen unbrauchbar. Die Folge: ein massiver Einschnitt.

Im vergangenen Jahr war China der wichtigste Einzelmarkt für ASML. Ein Drittel des Gesamtumsatzes stammte von dort. Das Management rechnete für 2026 bereits mit einem Rückgang auf rund 20 Prozent. Diese Prognose entstand allerdings vor dem neuen US-Gesetzentwurf.

Analysten bewerten den potenziellen Schaden unterschiedlich. JPMorgan rechnet mit einem Gewinnrückgang von bis zu zehn Prozent. Die Experten betonen, dass Verkäufe in andere Regionen die China-Verluste nicht vollständig ausgleichen.

KI-Boom stützt das Geschäft

Das fundamentale Umfeld bleibt indes stark. Der Konzern profitiert enorm von der Nachfrage nach KI-Chips. Der Anteil der teuren EUV-Systeme am Umsatz stieg zuletzt deutlich an. ASML plant, die Produktionskapazitäten für diese Anlagen bis 2027 massiv auszubauen.

Auch das Aktienrückkaufprogramm läuft weiter. Im ersten Quartal erwarb das Unternehmen eigene Papiere für mehr als eine Milliarde Euro.

Der weitere Kursverlauf hängt nun an zwei konkreten Faktoren. Erstens muss der US-Kongress über den MATCH Act abstimmen. Zweitens wird der nächste Quartalsbericht zeigen, ob der Margenrückgang ein Einmaleffekt bleibt oder die Profitabilität dauerhaft belastet.

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