ASML: Memory-Boom treibt 23 Prozent Wachstum

Die Bewertungslücke zu US-Konkurrenten schrumpfte, was UBS zum Hochstufen nutzt. Der Speicherchip-Boom und EU-Förderung stützen die Aktie.

Die Kernpunkte:
  • UBS ernennt ASML zum europäischen Top Pick
  • Bewertungsabschlag zu US-Werten geschrumpft
  • Speicherchip-Geschäft wächst überdurchschnittlich
  • EU genehmigt 288 Millionen Euro Förderung

Jahrelang handelten ASML-Aktien mit einem massiven Aufschlag gegenüber US-Halbleiterwerten. Dann schrumpfte dieser Aufschlag auf ein Minimum — und genau das macht die Aktie für Analysten jetzt wieder interessant.

Bewertungslücke als Einstiegssignal

Über ein Jahrzehnt lag die Bewertungsprämie gegenüber amerikanischen Peers im Schnitt bei 84 Prozent. Zuletzt war sie auf gerade einmal 6 Prozent zusammengeschmolzen. Für UBS war das Argument genug: Die Schweizer Bank ernannte ASML zu ihrem europäischen „Top Pick“ und hob das Kursziel von 1.600 auf 1.900 Euro an.

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Der Kurs reagierte prompt. Am Mittwoch kletterte die Aktie zeitweise um 6,7 Prozent auf rund 1.333 Euro — aktuell notiert sie bei 1.326 Euro, rund 5 Prozent über dem Vortagesschluss. Damit hat sich das Papier seit Jahresbeginn um gut 34 Prozent verteuert, liegt aber noch leicht unter dem Mehrmonatshoch von Mitte Mai.

Memory-Boom als Wachstumstreiber

Der eigentliche Kern der Neubewertung liegt im Speicherchip-Geschäft. Bis 2026 sollen Memory-Systeme zwischen 30 und 35 Prozent des Gesamtumsatzes ausmachen — mit einem jährlichen Wachstum von 23 Prozent, weit über dem Branchenschnitt von 6 Prozent.

Diese Dynamik schlägt sich in den revidierten Gewinnschätzungen nieder. Für 2027 rechnen Analysten nun mit einem Ergebnis je Aktie von 48,42 Euro, für 2028 mit 59,73 Euro. Beide Werte liegen rund 15 bis 20 Prozent über dem bisherigen Marktkonsens. Die Sorge, dass Engpässe in der Lithografiekapazität das Wachstum bremsen könnten, halten die Analysten für weitgehend übertrieben.

High-NA EUV: Technologievorsprung mit Preisschild

Parallel dazu rückt die nächste Technologiegeneration näher. CEO Christophe Fouquet bestätigte, dass erste Produktdaten für High-NA-EUV-Systeme — sowohl für Logik- als auch für DRAM-Anwendungen — noch im laufenden Jahr erwartet werden. Der Hochvolumeneinsatz ist für 2027 oder 2028 geplant.

Der Preis von rund 400 Millionen Dollar pro Maschine schreckt manche Hersteller ab. TSMC zögert noch, Intel und SK Hynix hingegen integrieren die Technologie aktiv. Intel nutzt High-NA bereits für die Entwicklung seines 14A-Prozesses.

Rückenwind kommt auch aus Brüssel: Die EU-Kommission genehmigte kürzlich 288 Millionen Euro deutsche Staatshilfen im Rahmen des European Chips Act. Davon fließen 222 Millionen Euro an Carl Zeiss, der die EUV-Optikkolonnen für ASMLs nächste Systemgeneration fertigt — eine gezielte Absicherung der europäischen Lieferkette für Hochleistungslithografie.

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