ASML: Musk spricht am 11. Juni
Elon Musk präsentiert das Milliarden-Projekt Terafab bei ASML. Analysten heben die Kursziele an, getrieben von optimistischen Nachfrageaussichten.

- Musk spricht auf ASML-Technologiekonferenz
- Terafab-Projekt mit 55 Milliarden Dollar Budget
- Analysten erhöhen Kursziele für ASML
- Aktie notiert unter 52-Wochen-Hoch
Elon Musk spricht am Mittwoch vor ASML-Mitarbeitern. Das allein wäre eine Randnotiz — wäre da nicht das Projekt dahinter, das die gesamte Nachfrageperspektive des niederländischen Chipausrüsters neu definieren könnte.
Terafab: Mehr als ein Name
Musk wird am 11. Juni virtuell an der internen ASML Technology Conference teilnehmen. Thema: sein Terafab-Projekt, ein Joint Venture von SpaceX und Tesla zur Herstellung von Hochleistungschips für Robotik, KI und Weltraum-Rechenzentren.
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Das Vorhaben ist ambitioniert. Die geplante Fabrik in Grimes County, Texas, kostet mindestens 55 Milliarden Dollar. Das Gesamtprojekt könnte bis zu 119 Milliarden Dollar verschlingen. Intel liefert seine 14A-Prozesstechnologie. Für die Anlauffinanzierung peilt Terafab zwischen 20 und 25 Milliarden Dollar an.
ASML-Chef Fouquet hat das Projekt bereits als „ernsthaftes Vorhaben“ eingestuft. Das ist keine Formel. ASML validiert Projekte selten öffentlich — diese Einschätzung hat Gewicht.
Die strategische Logik ist klar: ASML ist weltweit der einzige Hersteller von EUV-Lithografiesystemen. Jede neue Chipfabrik an der technologischen Spitze braucht diese Maschinen. Terafab wäre damit potenziell einer der größten Einzelkunden, den ASML je hatte.
Analysten erhöhen die Ziele
Kurz vor der Konferenz haben gleich mehrere Großbanken ihre Kursziele angehoben. BofA Securities erhöhte das Ziel auf 1.921 Euro und hält an „Buy“ fest. Barclays zog auf 1.900 Euro nach, mit „Overweight“. JPMorgan hob das Ziel ebenfalls auf 1.900 Euro an. Morgan Stanley folgte mit einem neuen Ziel von 1.660 Euro, ebenfalls „Overweight“.
Alle vier Häuser verweisen auf verbesserte Nachfragesichtbarkeit bis 2028. Besonders relevant: ASML kann die EUV-Kapazität über 90 Systeme pro Jahr hinaus steigern — ohne neue Reinräume bauen zu müssen. Das erhöht die Marge, ohne die Fixkosten proportional zu treiben.
Kurs und Kontext
Nach dem Freitagsrückgang von 5,75 Prozent notiert die Aktie bei 1.429,40 Euro. Das liegt knapp 6,6 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch vom 4. Juni — jenem Tag, an dem ASML kurzzeitig das wertvollste börsennotierte Unternehmen Europas war. Seit Jahresbeginn steht dennoch ein Plus von fast 45 Prozent.
Vor der Konferenz am Mittwoch kommt noch ein Makroereignis: Am 10. Juni veröffentlicht das US-Statistikamt die Verbraucherpreisdaten für Mai. Im April lag die Jahresinflation bei 3,8 Prozent. Ein überraschend heißer Wert könnte Technologieaktien mit hohen Bewertungsmultiples unter Druck setzen — ASML eingeschlossen.
Risiken bleiben: Chinas Exportbeschränkungen und schwächere Investitionsbudgets bei Chipherstellern können die Nachfrage bremsen. Das Aufwärtsszenario hängt davon ab, ob Terafab und ähnliche Großprojekte tatsächlich in konkrete Bestellungen münden. Am 11. Juni könnte Musk dazu erstmals öffentlich Stellung nehmen.
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