ASML: Oracle-Boom treibt 13 Prozent Wochengewinn

ASML profitiert von massiven Cloud-Investitionen und positiven Analystenstimmen. Die Aktie erreicht neue Höchststände, während politische Risiken bestehen bleiben.

Die Kernpunkte:
  • Kurssprung von fast 13 Prozent
  • Oracle-Cloud-Boom treibt Nachfrage
  • Mehrere Analysten erhöhen Kursziele
  • Politisches Risiko durch US-Gesetzentwurf

Fast 13 Prozent in einer Woche. ASML hat am Freitag bei 1.614,80 Euro geschlossen — knapp unter dem neuen 52-Wochen-Hoch von 1.644 Euro, das am Donnerstag markiert wurde. Seit Jahresbeginn steht ein Plus von 63 Prozent. Den stärksten Schub lieferte ausgerechnet ein amerikanischer Softwarekonzern.

Oracle gibt das Startsignal

Am Dienstag meldete Oracle Rekordergebnisse für das Geschäftsjahr 2026. Der Cloud-Infrastrukturumsatz stieg im vierten Quartal um 93 Prozent auf 5,8 Milliarden Dollar. Die Investitionsausgaben lagen mit 55,7 Milliarden Dollar über der eigenen Prognose von 50 Milliarden. Für 2027 plant Oracle einen Nettomittelabfluss von rund 70 Milliarden Dollar.

ASML-Aktionäre quittierten das mit einem Kurssprung von mehr als 5 Prozent am Donnerstag. Die Logik dahinter: Wer Rechenzentren baut, braucht Chips. Wer Chips produziert, braucht Lithografiemaschinen. ASML ist der einzige Hersteller von EUV-Systemen weltweit.

Analysten erhöhen die Kursziele

Parallel dazu liefen in der ersten Juniwoche mehrere Upgrades ein. BofA hob das Kursziel auf 1.921 Euro an, Barclays auf 1.900 Euro. Beide Häuser verwiesen auf bessere Nachfragesichtbarkeit bis 2028 und steigende Kapazitätspläne. BofA zitierte ungewöhnlich konkrete Planungshorizonte der Kunden — getrieben durch langfristige Abnahmevereinbarungen für GPUs, CPUs, ASICs und DRAM.

JPMorgan und Morgan Stanley zogen kurz zuvor nach. JPMorgan setzte das Ziel auf 1.900 Euro, Morgan Stanley auf 1.660 Euro — beide mit Overweight-Rating. Goldman Sachs bestätigte sein Kaufvotum und projiziert für 2030 einen ASML-Umsatz von 73 Milliarden Euro. Das läge deutlich über ASMLs eigener Obergrenze von 60 Milliarden. Die Bruttomarge könnte dabei über 60 Prozent klettern.

Von 44 befragten Analysten lautet das Konsensrating „Strong Buy“.

Fundamentale Basis und ein politisches Risiko

Die Zahlen stützen den Optimismus. Im ersten Quartal 2026 erzielte ASML 8,8 Milliarden Euro Umsatz bei einer Bruttomarge von 53 Prozent. Für das Gesamtjahr erwartet das Unternehmen zwischen 36 und 40 Milliarden Euro Umsatz. Die EUV-Auslieferungen sollen von 48 Einheiten 2025 auf über 60 in diesem Jahr steigen — und 2027 auf rund 80.

Ein Risiko bleibt. China macht rund 20 Prozent des 2026er Umsatzes aus. Der sogenannte MATCH Act, ein parteiübergreifender US-Gesetzentwurf, würde ASML den Verkauf von DUV-Immersionssystemen an Firmen wie SMIC, Huawei oder YMTC untersagen. CFO Roger Dassen räumte ein, dass weitere Exportbeschränkungen den Umsatz und das margenstarke Servicegeschäft treffen könnten. Er ergänzte jedoch: Selbst bei regionalen Einschränkungen bleibe der globale Kapazitätsbedarf hoch — die Branche befinde sich in einem strukturellen Unterangebot.

Der nächste Quartalsbericht erscheint Mitte Juli und wird zeigen, ob die erhöhte Jahresprognose hält.

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