ASML: Rückkäufe trotz Kursschwäche
ASML setzt Aktienrückkäufe fort, während Exportfragen offenbleiben und Intel die Fertigung mit High-NA-EUV-Technik gestartet hat.

- ASML setzt Rückkäufe konsequent fort
- 381,85 Millionen Euro in einer Woche
- Exportvorwürfe bleiben offiziell unbestätigt
- Intel startet Panther-Lake-Fertigung mit ASML-Technik
ASML setzt sein Rückkaufprogramm auch in den vergangenen Wochen unbeirrt fort. Zwischen dem 17. und 21. August erwarb der niederländische Lithografiespezialist täglich zwischen 48.280 und 51.815 eigene Aktien zu gewichteten Durchschnittspreisen von 1.506,98 bis 1.618,13 Euro. Das entsprach einem täglichen Volumen von rund 77 bis 79 Millionen Euro.
In der Woche darauf, vom 24. bis 28. August, kaufte ASML weitere 254.235 Aktien zu Kursen zwischen 1.487,03 und 1.507,49 Euro zurück – ein Gegenwert von 381,85 Millionen Euro. Das Programm läuft im Rahmen der im Januar beschlossenen Rückkauf-Autorisierung für die Jahre 2026 bis 2028.
Die konstanten Rückkäufe fallen in eine Phase, in der die Aktie unter Druck steht. Der Kurs notiert aktuell bei 1.429,40 Euro und liegt damit 6,4 Prozent unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 1.527,36 Euro. Dass das Management trotz der Schwäche unvermindert am Programm festhält, lesen Anleger als Signal: ASML sieht die eigene Aktie auch auf diesem Niveau nicht als überteuert an.
Exportkontrollen als Belastungsfaktor
Neben der Kursentwicklung beschäftigt Investoren ein anderes Thema: die Fragen der US-Regierung zu möglichen Verstößen gegen Exportbeschränkungen. Bloomberg berichtete im Juni über nichtöffentliche Gespräche, in denen US-Handelsminister Howard Lutnick leitende ASML-Manager zu dem Verdacht befragt haben soll, wonach ein EUV-System entgegen der Exportregeln nach China gelangt sein könnte.
Ein ASML-Sprecher wies die Vorwürfe zurück und bezeichnete die kursierenden Gerüchte als unzutreffend und rufschädigend. Eine offizielle Bestätigung eines Verstoßes liegt nicht vor, die Angelegenheit bleibt ein Unsicherheitsfaktor für die China-Geschäfte des Konzerns.
Technologie-Fortschritt bei Intel
Auf der operativen Seite kann ASML auf einen technologischen Erfolg verweisen: Intel Foundry hat die Hochvolumenfertigung der „Panther Lake“-Prozessoren der Core-Ultra-Serie 3 auf Basis des 18A-Verfahrens aufgenommen – unter Einsatz von ASMLs High-NA-EUV-Systemen.
Der Schritt unterstreicht, dass die milliardenteure Investition in die nächste EUV-Generation bei einem zentralen Kunden inzwischen im industriellen Maßstab ankommt, nachdem der Prozess zuvor angelaufen war.
Ausblick
Für Aktionäre bleibt die Kombination aus fortlaufenden Rückkäufen, ungeklärten Exportkontroll-Fragen und technologischem Fortschritt bei Kunden wie Intel das bestimmende Bild. Die nächsten Quartalszahlen sind für den 14. Oktober angesetzt.
Bis dahin dürfte vor allem die China-Thematik im Fokus bleiben, während das Rückkaufprogramm dem Markt signalisiert, dass der Vorstand die eigene Bewertung auch nach dem jüngsten Kursrückgang für attraktiv hält. Zuletzt zeigte die Aktie mit minus 1,8 Prozent auf 1.429,40 Euro erneut Schwäche, während die Dividendenzahlung von 1,88 Euro je Aktie im August bereits erfolgt ist.
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