ASML: Tata-Fab in Dholera mit 11 Milliarden Dollar

ASML und Tata Electronics bauen in Gujarat eine 300-Millimeter-Fabrik auf. Der Deal stärkt ASMLs Position in einer diversifizierten Lieferkette.

Die Kernpunkte:
  • Partnerschaft für Chipfabrik in Gujarat
  • Fokus auf 28 bis 55 Nanometer Technologie
  • ASML liefert Lithografie-Systeme und Know-how
  • Aktie reagiert mit Tagesminus von fünf Prozent

ASML rückt in Indien näher an einen Markt, den die Chipindustrie lange vor allem als Abnehmer sah. Mit Tata Electronics soll in Gujarat die erste kommerzielle 300-Millimeter-Fab des Landes entstehen. Für den niederländischen Lithografie-Spezialisten ist das mehr als ein Anlagenauftrag: Es ist ein Schritt in eine Lieferkette, die geografisch breiter werden will.

Tata-Fab wird strategischer Testfall

ASML-Chef Christophe Fouquet und Tata-Electronics-Chef Randhir Thakur unterzeichneten dazu ein Memorandum of Understanding in Den Haag. Der Rahmen passte zur Botschaft: Die Vereinbarung fiel mit einem diplomatischen Treffen niederländischer Vertreter mit Indiens Premier Narendra Modi zusammen.

ASML soll Lithografiesysteme und technisches Know-how für die neue Fabrik in Dholera liefern. Tata plant dort eine Anlage mit einem Investitionsvolumen von rund 11 Milliarden Dollar.

Zum Start zielt das Werk auf reife und Spezialprozesse bei 28, 40 und 55 Nanometern. Diese Technologien stehen weniger im Rampenlicht als KI-Beschleuniger, sind aber zentral für Autoelektronik, Telekommunikation und industrielle IoT-Anwendungen. Genau dort will Indien eigene Kapazitäten aufbauen.

Für ASML zählt dabei nicht nur der erste Verkauf. Die Partnerschaft umfasst auch den Aufbau lokaler Halbleiterkompetenz und eine robustere regionale Lieferkette. Das kann über Jahre Folgeaufträge stützen, selbst wenn die modernsten EUV-Systeme zunächst nicht im Mittelpunkt stehen.

Kundenmix bleibt in Bewegung

Während Indien langfristig an Bedeutung gewinnt, verändert sich bei den großen Kunden die kurzfristige Lage. Apple und Intel sollen kurz vor einer Foundry-Vereinbarung stehen. Ein solcher Deal könnte zusätzliche Nachfrage nach EUV-Anlagen auslösen, besonders wenn Intel mehr Auftragsfertigung in den USA und Europa auslasten will.

Auf der anderen Seite plant TSMC offenbar, High-NA-EUV erst ab 2029 breiter einzusetzen. Das wäre für ASML kein Nachfrageausfall, aber es verschiebt den Mix. Klassische EUV- und DUV-Systeme bleiben dann länger die tragenden Plattformen der globalen Chipproduktion.

Der Aktienkurs zeigt, wie sensibel der Markt auf diese Verschiebungen reagiert. Am Freitag schloss ASML bei 1.295,20 Euro, ein Tagesminus von 5,02 Prozent. Seit Jahresanfang liegt die Aktie dennoch 31,05 Prozent im Plus.

Prognose bleibt stark

Operativ hält ASML an ambitionierten Zielen fest. Für 2026 peilt das Management einen Nettoumsatz zwischen 36 und 40 Milliarden Euro an.

Auch die Profitabilität bleibt hoch. Die Bruttomarge soll in einer Spanne von 51 bis 53 Prozent liegen, gestützt durch die anhaltende Nachfrage nach Anlagen für KI-relevante Chipproduktion. Im ersten Quartal erzielte ASML bereits 8,8 Milliarden Euro Umsatz.

Hinzu kommt Kapitalrückführung. Anfang Mai kaufte der Konzern rund 63.000 eigene Aktien für knapp 80 Millionen Euro zurück. Das laufende Programm unterstreicht, dass ASML trotz hoher Investitionszyklen finanziell Spielraum behält.

In der neuen Handelswoche rücken zwei Punkte nach vorn: konkrete Signale zu möglichen Apple-Intel-Aufträgen und die niederländischen Exportkontrollen für besonders fortschrittliche Anlagen. Die Tata-Partnerschaft verändert kurzfristig nicht die Gewinnrechnung. Sie stärkt aber ASMLs strategische Position in einem Land, das eigene Chipfertigung nun mit industriellem Gewicht aufbaut.

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