ASML: Umsatzprognose 2026 auf 45 Milliarden erhöht
ASML erhöht die Umsatzprognose deutlich, während der Aktienkurs seit dem Rekordhoch nachgibt. Der Konzern setzt auf EUV-Wachstum und Aktienrückkäufe.

- Umsatzprognose für 2026 deutlich erhöht
- China-Anteil sinkt auf 16 Prozent
- EUV-Kapazität soll 30 Prozent wachsen
- Aktienrückkauf signalisiert Management-Vertrauen
ASML hat seine Umsatzprognose für 2026 kräftig angehoben — auf 43 bis 45 Milliarden Euro, deutlich mehr als die zuvor genannten 36 bis 40 Milliarden. Trotzdem hat die Aktie seit ihrem Rekordhoch Ende Juni fast 14 Prozent verloren. Für mich ist genau diese Lücke zwischen Geschäftsentwicklung und Kursverlauf der spannende Teil der Geschichte.
Die neue Guidance ist kein kosmetisches Update. Sie bedeutet ein Wachstum von rund 16 Prozent im Mittelwert, gepaart mit einer verbesserten Bruttomarge von 54 bis 56 Prozent. Das ist eine deutliche Aufwertung des eigenen Ausblicks — und passt zu Signalen aus der Lieferkette.
Die Nachfrage-Signale sprechen für sich
TSMC, ASMLs wichtigster Kunde, meldete für Juli einen Umsatzanstieg von 44,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Als einziger Anbieter der Lithografiesysteme, die moderne KI-Chips überhaupt möglich machen, profitiert ASML von diesem Boom fast automatisch. Zusätzlich brummt das Speichergeschäft: Für 2026 erwartet das Unternehmen in diesem Segment ein Umsatzplus von 75 Prozent.
Diese Zahlen liefern die fundamentale Basis für meine These: Der Markt unterschätzt gerade, wie stark der KI-Rückenwind tatsächlich wirkt.
China verliert an Gewicht — mit Kalkül
Kritiker verweisen gerne auf das China-Risiko, und die Zahlen zeigen tatsächlich einen klaren Trend. Der Umsatzanteil aus China ist von 41 Prozent im Jahr 2024 auf nur noch 16 Prozent in der ersten Jahreshälfte 2026 gefallen. Der chinesische Anbieter Shanghai Aishengna hat begonnen, eigene Immersions-DUV-Systeme zu bauen. Hinzu kommt eine neue chinesische Vorschrift, die für neue Fabs 50 Prozent heimische Ausrüstung vorschreibt.
Das untere und mittlere Lithografie-Segment in China wird also enger. Für mich ist das aber kein Grund zur Sorge, sondern eine bewusste Weichenstellung von ASML. Der Konzern setzt auf Tempo statt auf Verteidigung: Für 2027 und 2028 plant das Unternehmen eine um 30 Prozent höhere EUV-Kapazität.
China mag bei älterer DUV-Technologie aufholen. Bei EUV und High-NA-EUV-Systemen bleibt ASML aber konkurrenzlos — Letztere nutzt bereits Intel für seine neuen Panther-Lake-Prozessoren. Der schwindende China-Anteil wirkt damit weniger wie ein Verlust als wie ein bewusster Tausch: weniger Massenmarkt, mehr margenstarkes High-End-Geschäft mit westlichen und taiwanischen Kunden.
Was der Kurs gerade wirklich zeigt
Bei 1.507 Euro bewegt sich die Aktie in neutralem Terrain. Der 14-Tage-RSI liegt bei 50,5 — weder überkauft noch überverkauft. Auf Jahressicht steht dennoch ein Plus von 63,54 Prozent, über zwölf Monate sind es sogar 142,71 Prozent.
Der Abstand zum 200-Tage-Durchschnitt beträgt komfortable 23,41 Prozent. Das spricht für einen intakten langfristigen Aufwärtstrend, auch wenn der Kurs kurzfristig unter dem 50-Tage-Durchschnitt notiert. ASML kauft zudem eigene Aktien zu Durchschnittspreisen bis 1.506,07 Euro zurück — ein Signal, dass das Management den aktuellen Kurs für attraktiv hält.
Mein Fazit
Die Kombination aus angehobener Umsatzprognose und aggressiven Rückkäufen spricht für mich klar dafür, dass der aktuelle Rücksetzer eine Konsolidierung ist — keine Trendwende. ASML bleibt die Schlüsselstelle der Chipindustrie, an der kein Hersteller moderner KI-Halbleiter vorbeikommt.
Der heimische DUV-Vorstoß in China ist ein ernstzunehmender Wettbewerber auf lange Sicht. Er gefährdet aber nicht das High-NA-EUV-Monopol, das die nächsten drei bis fünf Jahre der Chipfertigung prägen wird. Mit einer Marktkapitalisierung von 575,77 Milliarden Euro und einem klaren Weg zu Rekordumsätzen 2026 wirkt die aktuelle Bewertungslücke zum Junihoch für mich eher wie eine Verschnaufpause als wie der Anfang einer Abwärtsbewegung.
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