ASML will Rekordmarke knacken – Gelingt dies der Aktie auch?

Die holländische ASML entwickelt Maschinen und Anlagen zur Übertragung von Chipbauplänen auf den Halbleitergrundstof Silizium. Diese Anlagen sind bei Unternehmen der Branche wie beispielsweise Intel sehr begehrt. Intel selbst besitzt Anteile an ASML und beteiligt sich auch an dem Entwicklungsbudget der Holländer.

 

© ASML
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Große Fortschritte machte ASML zuletzt mit Anlagen der Extrem-Ultraviolett-Lithografie (EUV). Mit dieser Technologie ist es möglich, noch leistungsfähigere Chips schneller als bisher zu fertigen. Anfang des Jahres meldete der Auftragsfertiger TSMC nach einem Testlauf dieses Verfahrens von ASML, dass damit mehr als 1.000 Chips pro Tag gefertigt werden können.

Für Größen der Branche wie Intel, aber auch Samsung ist es geradezu lebensnotwendig, mit ihren Technologien ganz vorne mitzuspielen. Branchenkenner behaupten, dass es zu ASML derzeit keine echten Alternativen gibt.

 

Unternehmensbeteiligung ist gefragt

Allerdings ist die Entwicklung von neuen Technologien sehr teuer. Deshalb bietet ASML großen Kunden direkt Anteile am Unternehmen an. Im Gegenzug sollen sich diese dann an den Kosten für die Entwicklung neuer Verfahren beteiligen. So soll auch TSMC Anteile an den Holländern besitzen.

Jetzt wurde bekannt, dass das ASML im kommenden Herbst sechs EUV-Maschinen an Intel liefern wird. Weitere elf Systeme sollen in den Monaten danach folgen. Damit wurden Gerüchte über einen neuen Auftrag über die Lieferung von EUV-Anlagen in Milliardenhöhe nun sozusagen bestätigt. Pro Stück sollen diese Anlagen einen Listenwert von 95 Mio. Euro haben.

 

2. Quartal lief schwächer für ASML

Das 2. Quartal verlief für ASML durchwachsen. Nach einem starken Start in das neue Geschäftsjahr stagnierte der Umsatz. Insgesamt belief sich dieser auf 1,65 Mrd. Euro, fiel damit aber noch besser als von Analysten erwartet aus.

Damit steht bezogen auf das Halbjahr unter dem Strich noch ein Umsatzplus von fast 9%. Der Gewinn ging um 8,2% auf 370 Mio. Euro zurück. Hier wirkten sich höhere Ausgaben für Forschung und Entwicklung und gestiegene Marketingkosten negativ aus.

 

Vorstand passt die Prognose an

Das restliche Geschäftsjahr wird vom Vorstand jedoch deutlich positiver als zuletzt gesehen. Bisher ging ASML hier von einem Umsatz auf dem Niveau des Vorjahres mit 5,86 Mrd. Euro aus.

Jetzt erwartet das Unternehmen eine gute Entwicklung in allen Bereichen für die 2. Jahreshälfte. Der Umsatz soll danach eine neue Rekordmarke erreichen. Grundlage hierfür war, dass die Nachfrage von Speicherchipherstellern und Auftragsfertigern deutlich angezogen hat.

 

Analysten sind sich uneinig

Der Markt nahm diese Nachricht deutlich positiv auf. In der Folge legte die Aktie im heutigen Tagesverlauf bereits um 2,77% zu. Seit Februar liegen die Papiere in einem Seitwärtstrend mit einer recht hohen Volatilität.

Analysten sind hier uneinig. Experten der Deutschen Bank beließen die Aktie auf Verkaufen mit einem Kursziel von 77,00 Euro. Grundlage war für die Analysten die schwache Nachfrage nach DRAM-Speichern im 2. Quartal.

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Anders dagegen die Analysten von J.P. Morgan. Hier beließ man die Papiere auf Overweight bei einem Kursziel von 125,00 Euro. Auch hier sah man schwächere Zahlen für das 2. Quartal, allerdings gehen die Analysten davon aus, dass eine ernst zu nehmende Schwäche – wenn überhaupt – bei ASML erst im kommenden Jahr spürbar werden könnte.

Wir sehen gutes Potenzial, dass ASML die Marke bei 98,00 Euro knacken und auch darüber hinaus zulegen kann. Investierte Anleger sollten es auch bleiben, die neue Prognose genauso wie der Großauftrag von Intel unterstützen diese Richtung.

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