ASML: Zacks und Bernstein kaufen Rücksetzer
Trotz deutlichem Kursrückgang vom Rekordhoch stufen zwei Analystenhäuser ASML hoch. Die Gewinnaussichten bleiben stark.

- Zacks-Liste: ASML als Strong Buy
- Bernstein vergibt Kaufrating für ASML
- Aktie 18,7 Prozent unter Rekordhoch
- China-Sorgen belasten den Kurs
ASML kassiert in dieser Woche gleich zwei bullishe Signale von Wall-Street-Analysten. Gleichzeitig ist die Aktie satte 18,71 Prozent von ihrem Rekordhoch entfernt. Diese Diskrepanz wirft eine Frage auf: Sehen Analysten hier eine Kaufgelegenheit, die der Markt noch nicht erkannt hat?
Zwei Upgrades in einer Woche
Am 31. Juli 2026 hat der Analysedienst Zacks die ASML-Aktie in seine Liste der „Strong Buy“-Werte aufgenommen. Diese Einstufung bekommen nur die besten fünf Prozent aller von Zacks bewerteten Aktien. Der Grund: Die Konsensschätzung für den Jahresgewinn ist in den vergangenen 60 Tagen um 17,5 Prozent gestiegen.
Einen Tag zuvor, am 30. Juli, hatte bereits die Bank Bernstein ein Kaufrating für ASML ausgesprochen. Beide Einstufungen reihen sich in eine Serie von Kurszielanhebungen großer Banken der vergangenen Wochen ein.
Die Zacks-Methodik verdient dabei besondere Beachtung. Sie basiert nicht auf subjektiven Markteinschätzungen, sondern rein auf der Entwicklung der Gewinnschätzungen. Steigen diese deutlich, folgt automatisch ein Upgrade — unabhängig davon, wie sich der Kurs gerade entwickelt.
Kurs bricht trotz guter Nachrichten ein
Die ASML-Aktie schloss am Freitag bei 1.421,00 Euro, ein Minus von 1,02 Prozent an diesem Tag. Auf Wochensicht steht ein Verlust von 8,18 Prozent zu Buche, über 30 Tage sind es sogar 12,54 Prozent. Der Rekord vom 30. Juni bei 1.748,00 Euro rückt damit in weite Ferne.
Zur Einordnung: Auf Jahressicht liegt die Aktie noch immer 54,21 Prozent im Plus. Der jüngste Rücksetzer relativiert sich vor diesem Hintergrund als Korrektur nach einem sehr starken Lauf, nicht als fundamentaler Bruch.
Die Gründe für die Nervosität
Der Kurseinbruch hat konkrete Auslöser. Zum einen sorgen Fortschritte Chinas bei eigener Chip-Fertigungstechnik für Sorge — jeder Schritt Pekings zur technologischen Unabhängigkeit trifft ASML als Weltmarktführer für Lithografiesysteme direkt ins Geschäftsmodell. Zum anderen haben US-Behörden erneut Fragen zur Einhaltung von Exportkontrollen aufgeworfen.
Diese Gemengelage hat die Handelsspanne der Aktie kräftig ausgeweitet. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität liegt aktuell bei 57,98 Prozent — ein deutlich erhöhtes Niveau. Der RSI notiert bei 41,8 und signalisiert damit weder eine überkaufte noch eine überverkaufte Situation.
Genau in dieser Gemengelage wetten Bernstein und Zacks offenbar darauf, dass die Nachfrage der KI-Chiphersteller nach ASML-Lithografiesystemen intakt bleibt. Die zeitliche Nähe beider Upgrades deutet darauf hin, dass zumindest ein Teil der Wall Street den Rücksetzer als Einstiegschance liest, nicht als Trendwende.
Was jetzt zählt
In den kommenden Tagen wird sich zeigen, ob die frischen Kaufempfehlungen die Stimmung stabilisieren können. Parallel dazu bleibt die geplante Zwischendividende im Blick, die ASML im Rahmen seines regulären Kapitalrückführungsprogramms turnusmäßig auszahlt. Weitere Entwicklungen bei den Exportkontrollen dürften die Kursschwankungen auch in den kommenden Wochen mitbestimmen.
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