ASML: Zuckerbrot und Peitsche?

Der Chipzulieferer ASML dürfte mit diesem Ausblick nicht für Stimmung unter den Anlegern sorgen. Im Auftaktquartal des laufenden Geschäftsjahres rechnet das Unternehmen mit weniger Umsatz als von den Experten bisher erwartet wurde. Insgesamt sollen bis zum Ende des ersten Quartals Erlöse von 1,3 Mrd. Euro generiert werden. Für das zweite Quartal rechnet ASML dann mit deutlich steigenden Erlösen.

 

© ASML
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Ob sich der Markt darauf verlassen wird, bleibt abzuwarten. Daneben soll in diesem und dem nächsten Jahr der zusätzliche Aktienrückkauf über rund 1 Mrd. Euro durchgeführt werden. Zugleich sind aus einem zuvor angekündigten Programm noch 500 Mio. Euro übrig.

 

ASML will Dividende erhöhen

ASML will darüber hinaus die Dividende für das letzte Geschäftsjahr erhöhen. Aktionäre sollen statt der zuvor gezahlten 0,70 Euro nun 1,05 Euro je Aktie erhalten. Man könnte davon ausgehen, dass diese Erhöhung auch dazu dienen soll, den Kursverfall der Aktie nicht noch weiter anzuheizen.

 

Schlussquartal mit Gewinnrückgang

Das vierte Quartal des letzten Geschäftsjahres lag unter den Erwartungen. Insgesamt lag der Umsatz bei 1,43 Mrd. Euro. Die entspricht einem Rückgang von gut 7% gegenüber dem Vorquartal. Der Gewinn sank um mehr als 9% auf 292 Mio. Euro.

 

Sackt die Aktie weiter ab?

Ob die Rechnung des Unternehmens aufgeht, wird abzuwarten sein. Fakt ist, dass die Aktie des Chipzulieferers in den vergangenen Monaten deutliche Einbußen verzeichnen musste. Lag der Kurs im Mai des letzten Jahres noch bei 105,30 Euro, so sind es aktuell nur noch 71,94 Euro.

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Das bisherige Tief bei 70,66 Euro rückt damit immer näher. Die Analysten von JP Morgan Chase bestätigten erst unlängst ihre Einschätzung für die Aktie von ASML auf „Overweight“ mit einem Kursziel von 114,00 Euro.

Hier rechnete man bereits im Vorfeld mit schwachen Quartalszahlen, setzt jedoch bei ASML auf langfristiges Wachstumspotenzial. Blickt man jedoch momentan auf den Chart, erscheint das Kursziel als fast unmöglich. Investierte Anleger können sich hier nur in Geduld üben und auf bessere Zeiten hoffen.

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