AST SpaceMobile Aktie: 30 Tage FCC-Tests
AST SpaceMobile erhält FCC-Freigabe für D2D-Tests im 800-MHz-Band und treibt die Kommerzialisierung mit AT&T voran.

- FCC erlaubt 30-tägige D2D-Tests
- AT&T plant Dienste ab 2027
- Umsatzprognose 2026 bestätigt
- Aktie steigt um 5,6 Prozent
Der US-Satellitenspezialist AST SpaceMobile hat einen wichtigen regulatorischen Erfolg erzielt. Die US-Fernmeldebehörde FCC erteilte dem Unternehmen eine 30-tägige Genehmigung für Tests im sogenannten 800-MHz-Band. Diese bis zum 12. September befristete Freigabe ermöglicht es dem Unternehmen, die direkte Kommunikation zwischen Satelliten und herkömmlichen Smartphones (Direct-to-Device, D2D) in zwei spezifischen Gebieten zu erproben. Die Tests finden in Midland, Texas, sowie in Lanham, Maryland, statt und decken jeweils einen Umkreis von 50 Kilometern ab.
Meilenstein für die Mobilfunk-Partnerschaft mit AT&T
Die Erlaubnis wird von Branchenexperten als entscheidender Schritt für die Kommerzialisierung der Technologie gewertet. AT&T-COO Jeff McElfresh bezeichnete die anstehenden Versuche als Meilenstein für die D2D-Entwicklung. Der US-Telekommunikationsriese plant, ab dem Jahr 2027 reguläre Dienste über das Satellitennetzwerk von AST SpaceMobile anzubieten.
Die aktuellen Tests konzentrieren sich auf spezifische Frequenzbereiche, wobei für den Uplink der Bereich von 817 bis 824 MHz und für den Downlink 862 bis 869 MHz genutzt wird. Ziel ist es, die technische Machbarkeit der Breitbandversorgung in Regionen ohne terrestrische Netzabdeckung unter Beweis zu stellen.
Das Unternehmen kann dabei auf ein breites Netzwerk bauen. Laut aktuellen Berichten verfügt AST SpaceMobile über Partnerschaften mit 60 Mobilfunknetzbetreibern weltweit, die zusammen mehr als drei Milliarden Abonnenten betreuen. Neben der zivilen Nutzung rückt auch der Verteidigungssektor stärker in den Fokus: Das Unternehmen sicherte sich bereits Sicherheitsaufträge im Volumen von mehr als 125 Millionen US-Dollar.
Finanzielle Entwicklung und operative Ziele
Parallel zu den technologischen Fortschritten legte das Unternehmen Zahlen für das zweite Quartal 2026 vor. Der Umsatz belief sich auf 31,52 Millionen US-Dollar, während unter dem Strich ein Nettoverlust von 230,91 Millionen US-Dollar stand.
Trotz der hohen Verluste und eines negativen freien Cashflows von 1,1 Milliarden US-Dollar im vergangenen Geschäftsjahr verfügt das Unternehmen derzeit über eine Liquidität von 3,7 Milliarden US-Dollar. Das Management bestätigte die Umsatzprognose für das Gesamtjahr 2026, die zwischen 150 und 200 Millionen US-Dollar liegt.
Wachstumsimpulse erhofft sich die Branche zudem von politischen Rahmenbedingungen. Ein neues nationales Sicherheitsmemorandum sieht vor, die Zahl der US-Weltraumstarts bis zum Jahr 2030 auf über 1.000 pro Jahr zu steigern. AST SpaceMobile treibt derweil die Hardware-Produktion voran.
Nachdem die Satelliten BlueBird 8 bis 13 bereits eingesetzt wurden, befindet sich die Produktion für weitere Einheiten bis zur Nummer 46 im laufenden Prozess. Bis zum Ende des laufenden Jahres strebt das Unternehmen den Betrieb von insgesamt 45 Satelliten an.
Analystenstimmen und Marktreaktion
An der Börse sorgten die Nachrichten für eine positive Stimmung. Am Freitag schloss das Papier mit einem Plus von 5,6 Prozent bei 58,90 Euro. Trotz dieser kurzfristigen Erholung notiert die Aktie mit einem Abstand von 17 Prozent noch deutlich unter ihrem gleitenden Durchschnitt der letzten 200 Tage. Die Volatilität bleibt mit annualisierten 91 Prozent auf einem für den Sektor typischen, hohen Niveau.
Die Einschätzungen der Analysehäuser gehen derweil auseinander. Während die Experten von New Street ein Kursziel von 106 US-Dollar ausgeben, zeigt sich B. Riley mit einem Ziel von 85 US-Dollar etwas vorsichtiger, vergibt jedoch ebenfalls ein Kauf-Rating.
Skeptischere Stimmen verweisen auf das hohe Preis-Umsatz-Verhältnis und die zeitlichen Risiken bei der Satellitenbereitstellung. So warnte die Bank of America kürzlich, dass das Ziel von 45 Satelliten bis Jahresende knapp verfehlt werden könnte. Dennoch stützt der aktuelle Auftragsbestand von 1,3 Milliarden US-Dollar die langfristigen Erwartungen der Investoren.
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