AST SpaceMobile Aktie: Amazon Leo greift an

Amazon tritt mit eigener Satellitenflotte gegen AST SpaceMobile an. Der Pionier verschiebt seinen Dienststart auf 2027 und sammelt Milliarden ein.

Die Kernpunkte:
  • Amazon beantragt FCC-Zulassung für Satelliten-Marke
  • Kommerzieller Start von AST auf 2027 verschoben
  • 1,15 Milliarden Dollar durch Wandelanleihen eingesammelt
  • Aktie verliert über 55 Prozent seit Jahreshoch

Amazon macht ernst beim Satelliten-Internet. Der Tech-Gigant greift AST SpaceMobile in seinem Kernmarkt direkt an. Die Nachricht trifft den Pionier in einer kritischen Phase.

Massive Konkurrenz aus dem Orbit

Amazon hat bei der US-Behörde FCC Zulassungen für die Marke „Amazon Leo“ beantragt. Der Plan sieht eine Konstellation aus 5.105 Satelliten vor. Diese sollen Sprache und Daten direkt auf gewöhnliche Smartphones übertragen.

Dazu nutzt der Konzern die Infrastruktur von Globalstar, die er für elf Milliarden US-Dollar übernommen hat. Der Aufbau beginnt zwar erst 2028. Allerdings erhöht der Vorstoß den Wettbewerbsdruck spürbar. Neben SpaceX tritt nun ein zweiter finanzstarker Rivale auf den Plan.

Verzögerungen und Kapitalbedarf

Operativ gerät der Zeitplan ins Stocken. Das Management verschiebt den Start des kommerziellen Dienstes auf Anfang 2027. Ursprünglich sollte die Konstellation bereits Ende 2026 stehen. Fehlende Kapazitäten für Raketenstarts bremsen das Vorhaben aus.

Das Unternehmen sicherte sich derweil frisches Kapital. Eine Privatplatzierung von Wandelanleihen brachte 1,15 Milliarden US-Dollar ein. Die Barreserven kletterten dadurch auf 3,8 Milliarden US-Dollar. Indes droht weitere Verwässerung: Das Unternehmen prüft die Aufnahme einer weiteren Milliarde zur langfristigen Expansion.

Kurssturz und Milliarden-Wette

Die Aktie reagiert empfindlich auf die Mischung aus Konkurrenzdruck und Verzögerung. Mit 51,30 Euro notiert das Papier gut 55 Prozent unter seinem Jahreshoch. Die Marktkapitalisierung beläuft sich aktuell auf rund 19 Milliarden Euro.

Finanziell setzt der Vorstand auf ein starkes Wachstum im Folgejahr. Für 2026 rechnet die Firma mit einem Umsatz von bis zu 200 Millionen US-Dollar.

Im Jahr 2027 soll dieser Wert auf eine Milliarde US-Dollar steigen. Das Fundament bilden Vorverträge mit Mobilfunkbetreibern im Gesamtwert von 1,2 Milliarden US-Dollar.

Anfang August 2026 folgt der nächste Meilenstein. Drei neue BlueBird-Satelliten stehen zur Auslieferung bereit. Der Start mit einer SpaceX-Rakete soll die Lücke füllen, die ein früherer Fehlstart hinterlassen hat.

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