AST SpaceMobile Aktie: Blacklift-Wette?

Die Vereinbarung umfasst eine Triebwerkslizenz, technische Hilfe und Aktienzahlungen; AST plant zudem eine eigene US-Fabrik und Rakete.

Die Kernpunkte:
  • Lizenz für rund 800 Millionen Dollar
  • Aktienzahlung verwässert bestehende Beteiligungen
  • Blacklift-Erstflug ab Ende 2028 geplant
  • Quartalsbericht erscheint am 9. November

AST SpaceMobile erweitert mit dem heute angekündigten Firefly-Vertrag seine Investitionspläne erheblich. Die Vereinbarung über mehr als 1,3 Mrd. US-Dollar soll den Bau eigener Raketen ermöglichen. Dafür setzt das Unternehmen neben Bargeld auch Aktien ein.

Für Anleger steht damit die Finanzierung stärker im Mittelpunkt: Mehr Kontrolle über Satellitenstarts wäre ein Vorteil, sofern AST die Entwicklung und den weiteren Netzausbau parallel finanzieren kann.

Lizenz kostet Geld und Aktien

Den größten Einzelposten bildet die unbefristete Lizenz zur Eigenfertigung der Firefly-Triebwerke. Nach der von AST veröffentlichten Aufschlüsselung entfallen darauf rund 800 Mio. US-Dollar. Davon sollen 400 Mio. US-Dollar bar fließen. Hinzu kommen 10–14 Mio. AST-Aktien, wobei die genaue Stückzahl vom vereinbarten volumengewichteten Durchschnittskurs abhängt.

Die Aktienkomponente schont gegenüber einer vollständigen Barzahlung die Liquidität, verwässert aber die Beteiligung bestehender Aktionäre. Die ausgegebenen Class-A-Aktien unterliegen laut Firefly Sperrfristen. AST erhält das Recht zur eigenen Herstellung; das geistige Eigentum bleibt bei Firefly.

Weitere 250 Mio. US-Dollar sind für Triebwerke vorgesehen. Noch einmal 250 Mio. US-Dollar entfallen auf technische Unterstützung über drei Jahre. Die Vereinbarung verbindet damit den Einkauf erster Antriebe mit dem Aufbau eigener Fertigungskompetenz.

AST plant dafür eine Fabrik in den USA. Der strategische Nutzen hängt daran, ob aus der Lizenz und der technischen Unterstützung eine verlässliche eigene Produktion entsteht. Für Aktionäre zählt deshalb neben dem Kaufpreis auch die Umsetzung des Fertigungsplans.

Eigene Starts helfen erst später

Die wiederverwendbare Blacklift soll ab Ende 2028 erstmals fliegen und bis zu fünf BlueBird-Satelliten je Start transportieren. Firefly liefert für die ersten drei Raketen die Antriebe. AST will damit den Zugang zum Orbit stärker selbst kontrollieren.

Payload beschreibt den Markt für Satellitenstarts als zunehmend knapp. Eigene Startkapazitäten könnten AST unabhängiger von verfügbaren Terminen externer Anbieter machen, sofern Blacklift den geplanten Einsatz erreicht. Gleichzeitig erweitert das Unternehmen sein Vorhaben um die Entwicklung und Fertigung einer Rakete.

Für den vorherigen Netzausbau hält AST an externen Startanbietern fest. Deren Verträge decken nach Unternehmensangaben mehr als 100 BlueBird-Satelliten für 2027–2028 ab. Reuters nennt als Ziel insgesamt 248 Satelliten.

Damit laufen zwei Aufgaben parallel: AST muss die vertraglich gesicherten externen Starts für den Netzausbau nutzen und zugleich das eigene Raketenprojekt voranbringen. Der langfristige Kontrollgewinn spricht für den Schritt, sofern die zusätzlichen Aufgaben den Ausbau des Satellitendienstes finanziell und operativ tragen lassen.

Quartalsbericht wird zum Finanzierungstest

Am 9.11. veröffentlicht AST nach Börsenschluss seinen Bericht zum dritten Quartal 2026. Im Fokus stehen der Kassenbestand und die Investitionsausgaben. Die dafür genannte Quartalsprognose liegt bei 350–425 Mio. US-Dollar.

Der Bericht bietet damit den nächsten Prüfpunkt für die Tragfähigkeit des erweiterten Investitionsprogramms. Wichtig sind außerdem Angaben zu erwarteten Vorauszahlungen und den Startterminen weiterer BlueBird-Satelliten. Beides beeinflusst, wie AST den laufenden Ausbau mit dem neuen Raketenprojekt verbinden kann.

Die Präsentation von Blacklift ist für den 12.11.2026 geplant. Für Anleger werden dabei belastbare Angaben zur Umsetzung entscheidend: Der Vertrag schafft Zugang zu Triebwerken und Fertigungsrechten. Sein wirtschaftlicher Wert für AST hängt davon ab, ob daraus rechtzeitig nutzbare Startkapazität entsteht und die Finanzierung bis dahin ausreicht.

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