AST SpaceMobile Aktie: Vorwürfe der Irreführung!
Investoren können sich bis November 2026 als federführende Kläger melden; AST SpaceMobile hält an seiner Umsatzprognose fest.

- Klägerfrist endet am 13. November 2026
- Vorwürfe betreffen Kapitalangaben und Wettbewerbslage
- Jahresumsatz zwischen 150 und 200 Millionen Dollar angepeilt
- Zwei Führungskräfte verkauften Aktien im September
Mehrere US-Kanzleien treiben die juristischen Schritte gegen AST SpaceMobile voran. Nach einer Reihe eingereichter Sammelklagen wurde für betroffene Investoren eine Frist bis zum 13. November 2026 gesetzt, um sich als federführende Kläger zu melden. Dies betrifft Aktionäre, die zwischen dem 4. März 2025 und dem 15. Juli 2026 Anteile des Satelliten-Netzwerkentwicklers erworben haben.
Im deutschen Handel notiert das Papier heute bei 52,60 Euro, was einem leichten Tagesverlust von 0,2 Prozent entspricht. Seit dem 52-Wochen-Hoch von 114,60 Euro hat sich die Notierung damit mehr als halbiert.
Schwere Vorwürfe gegen das Management
Die Klageschriften, die unter anderem von den Kanzleien Kaplan Fox & Kilsheimer LLP, Pomerantz LLP sowie Schall, Brown & Schwartz LLP eingereicht wurden, werfen dem Unternehmen Verstöße gegen das US-Wertpapierhandelsgesetz vor. Eine der Klagen ist beim Bundesbezirksgericht für den westlichen Bezirk von Texas anhängig.
Den Beklagten wird vorgeworfen, die eigene Kapitalausstattung sowie die Wettbewerbsposition im Markt für direkte Satellitenverbindungen zu Standard-Smartphones übertrieben dargestellt zu haben. Zudem sei eine schleppende Nutzerakzeptanz in den Kernmärkten USA und Japan verschwiegen worden.
Die juristischen Auseinandersetzungen treffen auf ein Marktumfeld, in dem Anleger die Fortschritte bei der Kommerzialisierung der Technologie genau beobachten.
Das Unternehmen hält derweil an seiner Jahresprognose fest: Für das Gesamtjahr 2026 peilt der Vorstand weiterhin Erlöse zwischen 150 und 200 Millionen Dollar an, nachdem im zweiten Quartal 2026 ein Umsatz von 31,5 Millionen Dollar und ein Verlust je Aktie von 0,77 Dollar verbucht worden waren.
Führungsriege stößt Anteile ab
Parallel zu den juristischen Streitigkeiten traten Führungskräfte des Unternehmens als Verkäufer eigener Anteile auf. Am 16. September trennte sich Chief Operating Officer Shanti B. Gupta von 12.000 Papieren zu einem gewichteten Durchschnittskurs von 58,89 Dollar. Gupta hält nach der Transaktion weiterhin 462.980 Aktien.
Am selben Tag veräußerte Chief Technology Officer Yao Huiwen 40.000 Anteile zu einem Schnitt von 58,93 Dollar. Dieser Verkauf erfolgte auf Basis eines bereits am 5. Juni 2026 aufgesetzten 10b5-1-Handelsplans; der CTO hält direkt noch 34.750 Papiere.
Zuvor gab es allerdings auch Käufe aus den eigenen Reihen: Am 31. August hatte Director Adriana Cisneros 10.822 Aktien im Gesamtwert von rund 619.200 Dollar erworben und damit ihren Bestand auf 797.023 Class-A-Aktien aufgestockt.
Finanziell verschaffte sich das Unternehmen im Sommer weiteren Spielraum. Durch eine Wandelanleihe sammelte der Konzern im Juli 2026 brutto 1,15 Milliarden Dollar ein. Dadurch summierten sich die Pro-forma-Mittel zum 30. Juni 2026 auf über 3,8 Milliarden Dollar. Bis zum Ablauf der Klägerfrist im November dürfte das juristische Tauziehen um die Informationspolitik das Marktgeschehen jedoch weiter begleiten.
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