AstraZeneca: 8,46-Prozent-Sturz nach Wainua-Versagen

Das gescheiterte Herzmedikament Wainua führt zu einem massiven Kursrutsch bei AstraZeneca und belastet die Aktie schwer.

Die Kernpunkte:
  • Aktie stürzt um 8,46 Prozent ab
  • Herzmittel Wainua verfehlt Studienziele
  • Größter klinischer Rückschlag seit 2023
  • Kurs liegt 16 Prozent unter Jahreshoch

Ein schwerer Schlag für den britisch-schwedischen Pharmakonzern. AstraZeneca musste am Donnerstag einen Kurssturz von 8,46 Prozent hinnehmen. Die Aktie fiel auf 152,05 Euro.

Auslöser: Die Herzmedikament Wainua (eplontersen) hat in einer entscheidenden Phase-III-Studie versagt. Das Mittel zeigte keinen signifikanten Nutzen bei Patienten mit einer schweren Herzmuskelerkrankung, der transthyretinvermittelten Amyloid-Kardiomyopathie.

Wirkungslos trotz Standardtherapie

Über 140 Wochen untersuchten die Forscher einen zusammengesetzten Endpunkt aus kardiovaskulärer Sterblichkeit und wiederkehrenden Herzereignissen. Das Ergebnis: Wainua blieb hinter den Erwartungen zurück.

Immerhin: Die Sicherheit des Medikaments war in Ordnung. Das Unternehmen betont, dass die Verträglichkeit den bisherigen Daten entsprach. Das hilft den Anlegern aber wenig.

Entwickelt wurde Wainua gemeinsam mit Ionis Pharmaceuticals. Beide Partner wollen die vollständigen Studiendaten nun genauer auswerten. Die Ergebnisse sollen im August beim Kongress der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie vorgestellt werden.

Ein Rückschlag in einer schwierigen Phase

Der Fehlschlag ist der größte klinische Rückschlag für AstraZeneca seit Juli 2023. Und er kommt zur Unzeit: Erst im Mai hatte die US-Zulassungsbehörde eine Krebsmedikament des Konzerns gestoppt.

Trotz der Hiobsbotschaft bleibt der Konzern aktiv. AstraZeneca sicherte sich kürzlich mit einer chinesischen Partnerfirma die Rechte an einem neuen Mittel gegen COPD. Die Lizenz kostet voraussichtlich 200 Millionen Dollar plus Erfolgszahlungen von bis zu 1,9 Milliarden Dollar.

Die Aktie notiert nun 16 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 181,10 Euro. Über die vergangenen zwölf Monate steht aber immer noch ein Plus von 26 Prozent. Seit Jahresbeginn liegt das Papier 2,87 Prozent im Minus.

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