Astrazeneca Aktie: Rückschlag bei Volrustomig

Nach einer Zwischenanalyse beendet AstraZeneca die Lungenkrebs-Studie mit Volrustomig, während Prüfungen bei Myasthenia gravis weiterlaufen.

Die Kernpunkte:
  • Phase-3-Studie bei Lungenkrebs beendet
  • Zwischenauswertung führte zum Studienabbruch
  • Weitere Prüfungen bei Myasthenie laufen
  • Gefurulimab ergänzt das Bispecifics-Programm

AstraZeneca hat im August 2026 eine Phase-3-Studie zu seinem bispezifischen Antikörper Volrustomig bei Lungenkrebs nach Zwischenauswertung der Wirksamkeit gestoppt. Der Kandidat sollte als Alternative zu etablierten Checkpoint-Inhibitoren dienen — dieses Ziel rückt damit vorerst in weite Ferne.

Volrustomig, auch unter der Bezeichnung MEDI5752 bekannt, ist ein monovalenter PD-1/CTLA-4-Antikörper. Das Molekül soll die CTLA-4-Blockade gezielt auf aktivierte T-Zellen konzentrieren, statt wie klassische Kombinationstherapien breiter anzugreifen. Der Studienabbruch bei Lungenkrebs betrifft eine der am stärksten umkämpften Indikationen im Onkologiemarkt.

Pipeline bleibt breit aufgestellt

Der Rückschlag ist nicht das Ende der Geschichte für AstraZenecas Bispecifics-Programm. Volrustomig wird weiterhin in fortgeschrittenen Studien bei generalisierter Myasthenia gravis geprüft, einer neuromuskulären Autoimmunerkrankung. Parallel treibt der Konzern mit Gefurulimab einen weiteren bispezifischen Kandidaten voran und ist zudem in der Onkologie bei Gallengangskrebs, nicht-kleinzelligem Lungenkrebs und Kopf-Hals-Tumoren aktiv.

Der Wettbewerb im Bispecifics-Segment verschärft sich unterdessen spürbar. Konzerne wie Johnson & Johnson, Roche, Regeneron und BioNTech bringen eigene Kandidaten in die späte klinische Phase, während der Gesamtmarkt für bispezifische Antikörper laut Branchenschätzungen bis 2036 deutlich wachsen soll — getrieben von Fortschritten in der Antikörpertechnik und steigender Nachfrage nach zielgerichteten Krebstherapien.

Für AstraZeneca zeigt der Fall exemplarisch, wie riskant die Entwicklung in diesem Segment bleibt: Ein einzelner gescheiterter Endpunkt kann eine ganze Indikation aus dem Rennen werfen, während andere Anwendungsgebiete desselben Wirkstoffs unbeeinträchtigt weiterlaufen. Die Ergebnisse aus den laufenden Studien zu Myasthenia gravis dürften zeigen, ob Volrustomig abseits der Onkologie noch seinen Platz im Portfolio behauptet.

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