Atos: 1,2 Milliarden Euro Anleihen bis 2031

Atos emittiert neue Anleihen bis 2031 und löst bestehende Kredite ab. Das Sparprogramm Genesis läuft schneller als geplant, der operative Cashflow soll 2026 die Nulllinie erreichen.

Die Kernpunkte:
  • Neue Anleihen bis 2031 begeben
  • Alte Kreditlinie wird gekündigt
  • Genesis-Sparziel auf 700 Millionen erhöht
  • Operativer Cashflow soll 2026 positiv werden

Atos dreht an einer der größten Stellschrauben seiner Sanierung. Der IT-Konzern hat eine Emission neuer vorrangig besicherter Anleihen mit Laufzeit bis 2031 angestoßen — und will damit seine gesamte Fälligkeitsstruktur neu ordnen.

Alte Schulden raus, neue Struktur rein

Die Erlöse aus der Anleiheemission sollen zusammen mit vorhandener Liquidität das bestehende erstrangige Darlehen vollständig ablösen. Parallel dazu kündigt Atos die alte revolvierende Kreditlinie auf. An ihre Stelle tritt eine neue Fazilität über 110 Millionen Euro — deutlich kleiner als die bisherigen 440 Millionen Euro. Das klingt nach einem Rückschritt, ist aber kalkuliert: Der Konzern braucht schlicht weniger Puffer, wenn keine großen Fälligkeiten mehr bis 2030 drohen.

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S&P Global bewertet die neuen Anleihen mit ‚B+‘ und einem Recovery-Rating von ‚1‘. Das bedeutet: Im Ausfallszenario rechnet die Agentur mit sehr hoher Rückzahlungsquote. Fitch geht einen Schritt weiter und hebt den Ausblick auf positiv an — bei einem Emittentenrating von ‚B-‚. Bis Ende 2027 könnten die Kennzahlen eine höhere Ratingstufe rechtfertigen, so Fitch.

Genesis-Plan liefert früher als geplant

Hinter der Refinanzierung steckt mehr als Bilanzkosmetik. Das Sparprogramm „Genesis“ läuft schneller als erwartet. Atos hat das Einsparziel auf über 700 Millionen Euro bis Ende 2026 erhöht. Rund 20 Millionen Euro zusätzlicher Einsparungen außerhalb des Personalbereichs sind bereits identifiziert.

Der Umsatz wird 2026 trotzdem sinken — um rund zehn Prozent. Der Rückgang ist aber weitgehend gewollt: Atos zieht sich aus Südamerika zurück und hat die Sparte Advanced Computing verkauft. Das operative Ergebnis soll trotzdem steigen.

Wendepunkt beim Cashflow in Sicht

Drei Jahre lang hat Atos Geld verbrannt. 2026 soll das enden. Der freie operative Cashflow dürfte zumindest die Nulllinie erreichen — getrieben durch bessere Margen und deutlich niedrigere Zinskosten nach der Refinanzierung.

Beim bereinigten EBITDA peilt Atos über 600 Millionen Euro an. Das würde den Verschuldungsgrad unter das 6,0-fache drücken — nach deutlich höheren Werten im Jahr 2025. Fließen zusätzlich Erlöse aus weiteren Verkäufen, will Atos damit nachrangige Schulden vorzeitig tilgen.

Die Aktie reagiert positiv: Mit einem Plus von rund sieben Prozent auf 37 Euro notiert sie auf dem höchsten Stand seit Wochen. Vom 52-Wochen-Hoch bei 61 Euro trennt sie allerdings noch fast 40 Prozent — ein deutlicher Hinweis darauf, wie viel Vertrauen der Konzern noch zurückgewinnen muss.

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